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Der junge Tobias mit dem Engel. Beide nach rechts, vor einer hohen Baumgruppe einem Gewässer zuschreitend, ähnlich den bekannten Darstellungen Elsheimers

Ident. Nr.: KdZ 8498

ObjID: obj:1047028

Details (Expert)

Beteiligte
Zuschreibung unsicher: Adam Elsheimer (1578-1610),
Zeichner*in
zugeschrieben: Gerrit Battem (um 1636-1684),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1606
Abmessungen
Höhe x Breite: 6,2 x 9,5 cm

Objektbeschreibung

Elsheimer kam um das Jahr 1600 nach Rom, in das Rom der Carracci und Caravaggios, das Rom des Frühbarock, zu dem er mit seinen monumentalen Bildern kleinsten Formates einen wesentlichen Beitrag leistete, der weit über die Grenzen Italiens hinaus für die Malerei in ganz Europa eine Rolle spielen sollte.
Unsere bezaubernde, winzige Gouache ist eine von mehreren Fassungen des Themas, das der Künstler immer wieder aufgriff. Es existieren insgesamt sechs Elsheimersche Kompositionen der Tobiaswanderung in einer Vielzahl von Gemälden, die verschieden starken Anspruch auf Eigenhändigkeit erheben können, einer eigenhändigen Radierung und zwei Zeichnungen. Das Berliner Blatt stellt laut H. Möhle die späteste und zugleich persönlichste Fassung des Themas dar. Es ist der
Gemäldekomposition des sogenannten »Kleinen Tobias« besonders in der Landschaft eng verwandt, die in der Pinselzeichnung allein durch das Zurückweichen der Baumsilhouetten und durch die Lichteffekte auf der Wasseroberfläche evoziert wird. Gegenüber dem Gemälde sind die Figuren näher zusammengerückt und einander in der Körpergröße angeglichen. Am stärksten wirkt aber das zu seinem Begleiter aufblickende Gesicht des Tobias und die leichte Hinwendung von dessen Gestalt zu seinem Schützling. Alles genrehafte Beiwerk wie das Hündchen oder die Hirten und das Vieh in der Bildtiefe hat der geniale Maler ohne Verlust für die Gesamtwirkung weggelassen. Rubens' bittere Bemerkung nach dem Tod seines Freundes, dieser habe durch die Sünde seiner Trägheit die Welt all der wunderbaren Werke beraubt, die er sonst geschaffen hätte, scheint das Wesen des Künstlers nicht richtig zu erfassen. Die Tatsache des zahlenmäßig kleinen OEuvres stimmt mit der Kostbarkeit und Konzentration der einzelnen Werke in höchstem Grade überein.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 142f., Kat. III.72 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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