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Engelskopf

Ident. Nr.: KdZ 5095

ObjID: obj:1049766

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Andrea del Verrocchio (1435 - 1488),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1465/1470
Herstellung: 1470/1475
Systematik/Art
Provenienz
John Charles Robinson (1824-1913),
160001
Abmessungen
Blattmaß: 18,5 x 16,0 cm
Erwerbung
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Der Stift erzeugt ein weiches, höchst lebendiges Spiel huschender Schatten, das in der Zeichenkunst des Quattrocento ungewöhnlich ist. An Nase, Kiefer, Schläfe und Kehle verstärkt aufgetragen und in Bahnen verwischt, wird die Kreide zur Modelliermasse eines Künstlers, der - wie Verrocchio - besonderen Wert auf den plastischen Eindruck legte. Umrisse und wichtige Binnenmerkmale sind zum Zweck der kongruenten Übertragung auf ein anderes Papier, einen Karton oder die Leinwand durchlöchert worden. Eine konkrete Bestimmung der Kopfstudie ließ sich allerdings bisher nicht vornehmen. Der offene, strahlende Ausdruck des jugendlichen Gesichts führte Berenson zu der Annahme, es handele sich um die Vorarbeit für einen adorierenden Engel auf einem unbekannten Madonnenbild Verrocchios, das nur wenig später als sein Gemälde in der Berliner Galerie entstanden sein müßte, welches Passavant um 1468/70 datiert (Passavant [Verrocchio, Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen, London] 1969, S. 50, Abb.). Trotz der Einschränkung Adornos kann die Zuschreibung an Verrocchio durch den Vergleich mit einer Reihe ähnlicher, ebenfalls punktierter Kopfstudien, zu denen beispielsweise die »Herablickende Frau« in Oxford zählt, als gesichert gelten [...]. Ganz abwegig ist die Sammleraufschrift »da Vinci« dennoch nicht. Die jeweiligen Anteile der berühmt gewordenen Schüler Leonardo da Vinci und Domenico Ghirlandajo am malerischen und zeichnerischen Werk Verrocchios um 1470/75 sind in der Forschung noch heftig umstritten.

Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 246-247, Kat. V.4 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Die Chinesinnen ist eine der wenigen exakt datierten Gouache-Malereien aus dem legendären Kinderalbum Adolph Menzels. Der selbst nachfolgelos gebliebene Künstler hatte die über zwei Jahrzehnte hinweg entstandene Sammlung von ursprünglich 44 Blättern den Kindern seiner Schwester zugeeignet. Etliche Studien nach Fasanen und Chinesen in zwei Skizzenbüchern der Jahre 1867/68 sowie die exakte Datierung lassen vermuten, dass Menzel hier Eindrücke eines Besuchs auf der Weltausstellung während seiner zweiten Paris-Reise 1867 im Bilde verdichtet. Die Verschmelzung der beiden, aus Menschen und Tieren bestehenden Motivgruppen zu einer überaus lebendigen und heiteren Handlung kulminiert in den Farbanalogien der Kleider und Gefieder im Umfeld eines chromatisch ansonsten eher reduzierten Bildraums. Der Betrachter reist, voll gebannt von dem Zauber, gleich mehrfach mit den Augen des Künstlers: nach Paris, ins ferne Asien und ins so märchenhafte wie artifizielle Reich seiner Künste. Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg, in: Wir suchen das Weite. Reisebilder von Albrecht Dürer bis Olafur Eliasson im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Ina Dinter, Berlin 2016, S. 92Chinese Women is one of the few precisely dated gouache paintings from Adolph Menzel’s legendary Kinder-Album. The artist, who was childless, dedicated the collection of originally 44 sheets to the children of his sister. Several studies of pheasants and Chinese subjects in two sketch books from the years 1867/68 and the exact dating lead us to suspect that Menzel was recording impressions of his visit to the world exhibition during his second trip to Paris in 1867. The fusion of the two motifs, consisting of human beings and animals, to a quite lively and cheerful plot culminates in the analogous colors of the clothing and the feathers inside the visual field, otherwise reduced in its use of color. While examining this image, the beholder, spellbound by its magic, travels in several aspects with the eyes of the artist: to Paris, to distant Asia and to the fairy-tale, artificial realm of his arts. Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg, in: We’re off then. Travel Pictures from Albrecht Dürer to Olafur Eliasson in the Kupferstichkabinett, published by Hein-Th. Schulze Altcappenberg and Ina Dinter, Berlin 2016, p. 92