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Initiale D mit Martyrium der hl. Agathe

Ident. Nr.: Min 4213

ObjID: obj:1051992

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Unbekannt,
Maler*in
Datierung
Herstellung: 1500/1525
Material / Technik
Deckfarben auf Pergament
Abmessungen
Höhe x Breite: 16,2 x 16,8 cm

Objektbeschreibung

Von einer großen Zahl aus Chorbüchern ausgeschnittenen Initialen, die dem in den Jahrzehnten um und nach 1500 in der Lombardei tätigen Miniaturisten zugewiesen werden, sind einige mit B. F. (oder B.) signiert. Die Identifizierung des Künstlers wird kontrovers beurteilt. Wescher möchte in ihm Francesco Binasco erkennen und die Signatur als >Binasco fecit< auflösen.
Kennzeichnend sind die ausgeprägte Zeichenweise mit eigenartig wulstig gebrochenen Falten und die in feinsten Kräuselungen auslaufende Haarbehandlung. Vor allem in den Gesichtern ist der in Mailand allgegenwärtige leonardeske Einfluß spürbar.

In dem aus Hörnern mit farbigen Blättern und einer blauen Blättermaske am Stamm gebildeten Initial D ist das Martyrium der hl. Agatha dargestellt. Weil sie ihrem Glauben nicht abschwören wollte, wurden ihr nach etlichen Torturen auf Geheiß des Präfekten Quintinian, der mit dem Richterstab links thront, beide Brüste abgeschnitten (legenda aurea). Ihre Peiniger haben sie mit erhobenen Armen an eine >antike< Säule gefesselt (die Träger eines heidnischen Götzenbildes gewesen sein könnte), und ein Scherge setzt das Messer an. Im Hintergrund begrenzt die zinnenbewehrte Mauer von Catania den Richtplatz.

Text: Frauke Steenbock in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 58f., Kat. I.13 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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