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Ident. Nr.: IV Ca 44389

ObjID: obj:105309

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
San José,
Stadt
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 13,5 x 27,9 x 27 cm
Wandstärke: 0,6 cm

Objektbeschreibung

Große, dreibeinige Schale mit ausziehender Wand und abgerundetem Boden. Jedes Beine besitzt eine schmale, senkrechte Öffnung und eine Rasselkugel. Die Keramik wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und hoch poliert. Grundierung und Bemalung sind leicht erodiert. Das restaurierte Objekt weist mehrere Bruchstellen und Materialergänzungen auf.

Die Keramik hat eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die rot, orange, braun und schwarz bemalt wurde. Das Objekt besitzt ein randständiges, umlaufendes, schwarzes Band. Auf der Innenseite der Gefäßwand befinden sich drei mittelständige, avimorphe Wesen, deren Körper als Rhombus gestaltet wurden. Die Motive scheinen sich als schnabelförmige Gefäßbeine zu wiederholen. Im Fond der Schale erscheint eine zweiköpfige Gestalt, die dasselbe avimorphe Wesen widergibt. Sie scheint auf drei wandständige, runde Scheiben anzuspielen, deren swastikaähnliche Motive das bodenständige Thema in verkürzter Form wiederholen. Die farbliche Gestaltung aller Figuren korrespondiert miteinander. An der Außenseite der Gefäßwand befindet sich ein hochständiger, umlaufender Fries. Er zeigt Winkelelemente, Punkte und vertikale Linien, die zwischen zwei roten, horizontalen Bändern liegen. Der Boden wird durch ein umlaufendes, rotes Band verziert. Nach Lothrop 1926: highland polychrome ware, plumed serpent, type B.

Kulturelle Bedeutung: der Typ wurde ausschließlich im Süden der Region Gran Nicoya hergestellt. Er sticht durch die farbliche Bandbreite seiner Verzierungen, einen feinen Strich und die Darstellung bewegter Figuren hervor. Die Keramik ist vor allem aus Bestattungen bekannt.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.