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Landschaft mit Felswand

Ident. Nr.: 293-1923

ObjID: obj:1053406

Details (Expert)

Beteiligte
Albrecht Altdorfer (ca. 1480 - 1538),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: um 1517/1519
Systematik/Art
Material / Technik
Radierung
Abmessungen
Blattmaß: rechts 11,7 x 15,8 cm

Objektbeschreibung

Im Stile einer Reportagezeichnung, die von einem zufällig gewählten Standpunkt aus angefertigt wurde, zeigt Altdorfer hier gleich zwei beeindruckende Landschaftsmotive. In der rechten Blatthälfte schildert er die bizarr zugewachsene Flora eines lange verwilderten Felsabbruchs. Die andere Seite bestimmt hingegen ein weiter Landschaftsprospekt mit imposanten Gehöften oder einer Siedlung und einem mehrfach gestaffelten Gebirge.
Dabei nutzt Altdorfer die relativ ungebundene Zeichentechnik der Radierung zur Erzeugung flirrend-zittriger Konturlinien, die dem Blatt bei aller sorgsamen Konstruktion den Eindruck hoher Spontaneität verleihen.

(Text aus: Albrecht Altdorfer (um 1480–1538). Zeichnungen und Druckgraphik aus dem Kupferstichkabinett. Kabinett in der Gemäldegalerie. Kulturforum Potsdamer Platz, 22. November 2011 bis 19. Februar 2012)

Letzte Aktualisierung: 09.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)