Logo

Michaels Kampf mit dem Drachen (Apokalypse)

Ident. Nr.: 113-1898

ObjID: obj:1056395

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Albrecht Dürer (1471 - 1528),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: 1498
Material / Technik
Holzschnitt
Abmessungen
Blattmaß: 39,5 x 28,4 cm

Objektbeschreibung

Apokalypse, deutsche Ausgabe 1498

Die Veröffentlichung der 15 Holzschnitte zum Bibeltext der "Apokalypse" im Jahre 1498 machte Dürer über Nacht berühmt. Das Buch enthält die Visionen des Lieblingsjüngers Jesu, Johannes, zum Weltende, und da viele im Jahr 1500 den Weltuntergang erwarteten, hatte dieser Inhalt besondere Aktualität. Dürer ließ die Blätter in gebundener Form, als Buchholzschnitte, erscheinen, wobei der zur Darstellung gehörige Text jeweils auf der Rückseite des Blattes gedruckt ist; es gab 1498 Ausgaben in deutscher und lateinischer Sprache. Auf unserem Blatt, dem 12. innerhalb der Serie, wird Kap. XII, 7-8 illustriert: "Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten wider den Drachen. Und der Drache stritt und seine Engel und siegten nicht..."
Hoch über einer stillen, sonnigen Landschaft ein nachtschwarzer Himmel, in dem der gewaltige Kampf stattfindet: Gewürm und aufgebrachte Engel mit herrlichen ausgebreiteten Flügeln, verbissen und schweigend agierend, anscheinend in völliger Lautlosigkeit. Die wunderbare Bewegung Michaels ist bei Schongauer vorbereitet.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 111, Kat. III.31 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)