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Ident. Nr.: IV Ca 44116

ObjID: obj:105843

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Bicromo en zonas (500 v.Chr. - 500 n.Chr.)
Geografische Bezüge
Guanacaste,
Provinz
Filadelfia,
Kanton
Nicoya,
Stadt
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Höhe: 10,1 cm
Durchmesser: 15,5 cm
Mündung: 11,8 cm
Wandstärke: 1 cm

Objektbeschreibung

Dreifüßige Schüssel mit einziehendem Rand. Das Objekt besitzt zwei gegenständige Handhaben. Es wurde durch zwei randständige, avimorphe Kopfprotomen verziert. Die Keramik ist beidseitg geglättet und geschlämmt. Ihre Außenseite wurde grundiert, bemalt und leicht poliert. Ein Protomen ist vollständig fragmentiert.

Die Keramik besitzt eine rote Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes schwarz und weiß bemalt wurde. An der Wand befindet sich ein hochständiges, umlaufendes, schwarzes Band. Es wird durch weiße Punkte verziert und von dünnen, weißen Linien begrenzt. Unterhalb der Protomen erscheinen zwei invertierte T-Motive. Die Objektinnenseite blieb unverziert. Nach Lothrop 1926: Nicoya black line ware, alligator motive. Nach Lehmann 1913: El Viejo-Stil.

Kulturelle Bedeutung: die Gruppe Tola Tricromo gilt als diagnostischer Anzeiger des Policromo Antiguo (500-800d.C.). Die kostarikanische Variante López wurde vor allem in der Bahía de Culebra und im Tal des Río Tempisque dokumentiert. Sie scheint aus der Gruppe Rosales Esgrafiado en zonas (500d.C.-500a.C.) hervorgegangen zu sein. Die nikaraguanische Variante Tola besitzt viele Ähnlichkeiten mit der Gruppe Chávez Blanco sobre Rojo (800-500d.C.).
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.