Logo

Pietà (Vesperbild)

Ident. Nr.: 2743

ObjID: obj:1064797

Details (Expert)

Datierung
Datierung: um 1400
Systematik/Art
Material / Technik
Kalksandstein
Abmessungen
Höhe: 77 cm (ursprüngliche Gesamthöhe)
Höhe x Breite x Tiefe: 16,5 x 17 x 12 cm (Christuskopf)
Höhe x Breite x Tiefe: 27,5 x 23,3 x 16 cm (Kopf der Maria)
Gewicht: 4432 g (Kopf der Maria)
Gewicht: 1938 kg (Christuskopf)

Objektbeschreibung

Das aus Baden bei Wien stammende Bildwerk hatte nach Ende des Zweiten Weltkriegs beim Brand im Auslagerungsort, dem Bunker Friedrichshain, größten Schaden erlitten. Glücklicherweise blieben aber die zart gebildeten Köpfe von Christus und Maria erhalten. Die Bezeichnung ›Vesperbild‹ bezieht sich auf den Zeitpunkt der Abnahme Christi vom Kreuz: Diese erfolgte zur Vesperstunde, nach der kirchlichen Tageseinteilung die Zeit des Abendgebets. Das seit dem frühen 14. Jahrhundert in Deutschland verbreitete Vesperbild zählt zu den Andachtsbildern, mit denen sich die Absicht verband, dem Gläubigen auf emotionale Weise einen tieferen persönlichen Zugang zu den Heilsgedanken zu verschaffen. Gegen 1400 kam es innerhalb der Prager Kunst zu einer Neuprägung: Das Vesperbild wurde zum Gegenstück jener anderen Neuschöpfung böhmischer Skulptur, der ›Schönen Madonnen‹.

H. K.

Letzte Aktualisierung: 14.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.