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Porträtskizze Manja Behrens

Ident. Nr.: NG 1/06

ObjID: obj:1065632

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl von Appen (1900 - 1981),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträtskizze Manja Behrens
Übersetzung: Sketched Portrait of Manja Behrens
Geografische Bezüge
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 114,5 x 68 cm
Erwerbung
2006 Schenkung aus dem Nachlass von Manja Behrens von Appen

Objektbeschreibung

Manja (tschechisch Máňa) Behrens (1914–2003) war die Tochter einer Schauspielerin am Nationaltheater in Prag. Sie übernahm 1935 in Dresden zum ersten Mal selbst eine größere Rolle und spielte 1936 erstmals in einem Film („Stärker als Paragraphen“, Regie: Jürgen von Alten). Sie trat unter anderem in Berlin und Hamburg auf und arbeitete ab 1945 vor allem in Dresden, wo von Appen 1945–1954 als Bühnenbildner tätig war. Als er ans Berliner Ensemble berufen wurde, ging Behrens mit ihm in die Hauptstadt; das Paar heiratete 1958. Behrens spielte in Stücken aus allen Epochen, von William Shakespeare, Molière, Friedrich Schiller, Gerhart Hauptmann, Friedrich Dürrenmatt oder Hedda Zinner. In Berlin trat sie in den Jahren 1967 bis 1991 im Maxim-Gorki-Theater, der Volksbühne und im Film auf („Sonnensucher“, Regie: Konrad Wolf, 1957/1958). Von der Filmindustrie der DDR wurde sie ausgeschlossen, als bekannt wurde, dass sie die Geliebte des NSDAP-Funktionärs Martin Bormann gewesen war. Ihrem Ehemann – KPD-Mitglied seit 1932 und SED-Mitglied seit 1946 – schadete die Verbindung zu ihr offenbar nicht: Er wurde 1960 zum Professor ernannt, 1961 zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste berufen und war 1969 für die Gesamtausstattung der Festveranstaltung zum 20. Jahrestag der DDR verantwortlich. Von Appen malte Behrens naturgetreu, die Gesichtszüge in diesem unvollendeten Porträt zeigen eine starke Ähnlichkeit mit Fotografien aus der Zeit. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz