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Bei Chippis

Ident. Nr.: NG 9/07

ObjID: obj:1066007

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Ludwig Lehmann (1861 - 1932),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bei Chippis
Übersetzung: Near Chippis
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Dorothea Kleemann-Streiff, Berlin (Enkelin des Künstlers),
2007
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 55,5 x 81 cm
Erwerbung
2007 Schenkung von Dorothea Kleemann-Streiff, Berlin, der Enkelin des Künstlers

Objektbeschreibung

Lehmann wandte sich nach dem Architekturstudium 1885 der Landschaftsmalerei zu. In München empfing er von Hermann Baisch wichtige Anregungen und wurde Mitbegründer der dortigen Secession, 1918 kehrte er nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in die Schweiz, das Land seiner Geburt, zurück. Zeitlebens fand er im Hochgebirge, später auch in der Bretagne und der Normandie seine bevorzugten Motive. „Die Natur bis in ihre zartesten Wirkungen und feinsten Stimmungen treu wiederzugeben, […] dass auch alle Einzelheiten darin enthalten zu sein scheinen, nichts als unwesentlich stört, sondern alles ein grosses harmonisches Ganzes bildet“, war nach Ernst Kreidolf das große Verdienst Lehmanns (zit. nach Wilhelm Ludwig Lehmann, Ausst.-Kat., Zürich, 1938, o. S.). Auch Fritz Ostini betonte 1917: „Er sucht die Seele jedes landschaftlichen Charakters zu ergründen, ob er nun die schneegekrönten Bergriesen seiner Schweizer Heimat schildert […] oder die ergreifende, schwermütige Stille menschenleerer Nordseeinseln“ (zit. nach Wilhelm Ludwig Lehmann, Ausst.-Kat., Bad Aibling, 1978, S. 13). In der Tat zeigte sich der Künstler weniger am topografischen Detail interessiert als an der Veränderung der Landschaft durch Licht und Wetter. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz