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Märkische Landschaft

Ident. Nr.: A III 889

ObjID: obj:1066075

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Adolf Strübe (1881 - 1973),
Künstler*in
Datierung
um 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Märkische Landschaft
Übersetzung: Landscape in the Marches
Provenienz
Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung,
1934
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 60 cm
Erwerbung
1934 Überweisung des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung

Objektbeschreibung

Die helle, in dünner, aquarellartiger Ölmalerei wiedergegebene Ansicht eines Dorfes unter einem hohen Himmel, dessen vielfältige Wolkenschichtungen wohl das eigentliche Bildmotiv sind, wurde 1939 mit etwa zwanzig weiteren Werken der „Verfalls- und Judenkunst“ der Nationalgalerie vom Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zur Aufbewahrung überwiesen (SMB-ZA, I/NG 949, Bl. 258–261). Das Gemälde war wie die anderen abgelehnten Arbeiten auf einer heute verlorenen Liste des vormaligen preußischen Kultusministeriums von 1932 verzeichnet (Nr. G 344), auf die das Übergabeprotokoll von 1939 Bezug nimmt. Viele der Werke, die während der Weimarer Republik zur Ausstattung des Ministeriums angekauft worden waren, wurden so „entsorgt“. Dabei gehörte Strübe nicht eigentlich zu den verfemten Künstlern. Seine Professur an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin behielt er bei. Gemeinsam mit Leo von König versuchte er lange Zeit, die Berliner Secession als Verein und Ausstellungsmöglichkeit zu erhalten. Von 1934 bis zur Auflösung 1937 war er deren letzter Vorsitzender. Strübe war durch die entsprechenden Beratungen im Ministerium (vgl. Anke Matelowski, Die Berliner Secession 1899–1937. Chronik, Kontext, Schicksal, Wädenswil am Zürichsee 2017) dort kein Unbekannter und sein eigentlich unverfängliches Bild somit bewusst auf die Abgabeliste gesetzt. Person und Werk bezeugen so die häufige Ambivalenz zwischen Anpassung, Bewahrung von Positionen und Verfolgung. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz