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Selbstbildnis

Ident. Nr.: FNG 130/07

ObjID: obj:1066163

Erworben durch die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann Glöckner (1889 - 1987),
Künstler*in
Datierung
1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstbildnis
Übersetzung: Self Portrait
Selbstbildnis vor Keilrahmen
Geografische Bezüge
Provenienz
Nachlass Hermann Glöckner, Dresden,
2007
Material / Technik
Öl auf Pappe/Karton
Abmessungen
Höhe x Breite: 44,5 x 37,8 cm
Erwerbung
2007 Ankauf aus dem Nachlass Hermann Glöckner, Dresden, durch den Verein der Freunde der Nationagalerie

Objektbeschreibung

Das 1926 entstandene Schulterstück zeigt den 37-jährigen Künstler in Dreiviertelansicht vor dem Ausschnitt eines Tafelbildes mit massivem Keilrahmen. Die Konstruktion der Bildfläche, die zu einem wesentlichen Merkmal von Glöckners Arbeiten werden sollte, kündigt sich hier bereits an. Für sein Gemälde hat der Maler eine zurückhaltende, erdige Farbigkeit gewählt, wobei er verschiedene Malschichten übereinandersetzte. Die Gesichtszüge sind mit Deckweiß ausdrucksstark modelliert. Akkurat in weißes Hemd und hellblauen Kittel gekleidet, blickt er aus dem Bild. Das Selbstporträt entstand zu einer Zeit, in der Glöckner zu seinem eigenen künstlerischen Stil fand und sich als freischaffender Maler etablierte. Schon während seiner Ausbildung zum Musterzeichner für Textilien zwischen 1904 und 1907 hatte er regelmäßig Abendkurse an der Kunstgewerbeschule in Dresden besucht. Erste Bildnisse und Landschaften entstanden, doch durch den Ersten Weltkrieg, an dem er vier Jahre lang als Soldat beteiligt war, mussten seine künstlerischen Ambitionen zurückstehen. Nach dem Krieg besuchte er Zeichenkurse der Abendschule, bis er 1923/1924 durch die Vermittlung des Malers Otto Gussmann Aufnahme an der Kunstakademie in Dresden fand, die er jedoch nur ein Jahr später wieder verließ. Sein Entschluss aber, als freischaffender Künstler zu arbeiten, stand fest – er äußert sich wenig später auch in seinem selbstbewussten Porträt als Maler. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz