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Ident. Nr.: IV Ca 46085

ObjID: obj:106768

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Ometepe,
Insel
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 11 x 15,7 x 15 cm
Mündung: 14,6 cm
Wandstärke: 0,7 cm

Objektbeschreibung

Tiefe, rundbodige Schale mit hohlem Standfuß. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und hoch poliert. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert. Das fragmentierte Gefäß besitzt mehrere Bruch- und Fehlstellen.

Die Keramik hat eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die rot, orange und schwarz-braun bemalt wurde. Auf der Außenseite der Gefäßwand befindet sich ein umlaufender Fries, der ein zoomorphes Wesen und ein Olin-Zeichen zeigt. Alle Motive werden durch breite, schwarz-braune Linien begrenzt. Am Ansatz des Standfußes verläuft ein oranges Band. Die tiefständigen Partien des Objektglieds werden durch einen umlaufenden Fries verziert, der aus ineinander verzahnten Stufenelementen besteht. Auf der Innenseite der Gefäßwand erscheint ein hochständiger, umlaufenden Fries, der aus vertikalen Streifen und horizontalen Rechtecken besteht. Die orange Motivsequenz wird durch umlaufende Bänder begrenzt. Symbolische Bedeutung: die zoomorphen Gestalten besitzen Katzen- und Schlangenqualität. Nach Lothrop 1926: Nicoya polychrome ware, jaguar motive.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran-Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Variante gilt als diagnostischer Anzeiger für die erste Hälfte des Policromo Medio (1350-800d.C.). Ihre Keramiken dienten als überregionale Handelsware.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.