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Ident. Nr.: IV Ca 45709

ObjID: obj:107460

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Antiguo (500 - 800)
Geografische Bezüge
Guanacaste,
Provinz
Santa Cruz,
Kanton
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 24,9 x 19,7 x 26,8 cm
Öffnung: 5,9 cm
Mündung: 7,8 cm
Wandstärke: 0,85 cm

Objektbeschreibung

Bauchiger, vierfüßiger Krug in Form einer zweiköpfigen Echse mit aufgeblähtem Leib. Das Objekt besitzt einen kurzen, geraden Hals, zwei gegenständige hohle Kopfprotomen und konische Füße. Protomen und Füße haben kleine Öffnungen und Rasselkugeln. Die Gefäßwand wird durch aufgesetzte, bohnenförmige Auflagen verziert. Die Keramik ist beidseitig geglättet und geschlämmt. Ihre Außenseite wurde grundiert. Die Grundierung ist partiell erodiert. Am Rand befindet sich eine Bruchstelle. Ein Kopfprotomen ist fragmentiert.

Die monochrome Keramik besitzt eine orange-rote Grundfarbe. Der Körper wird durch bohnenförmige Auflagen verziert, die acht umlaufende Bänder bilden. Die Mäuler der gegenständigen Kopfprotomen sind geschlossen. Das dargestellte (Zwillings)wesen scheint sich mit seinen Vorderbeinen an den Bauch zu fassen. Die Innenseite des Gefäßhalses ist orange-rot grundiert und poliert. Symbolische Bedeutung: im nördlichen Zentralamerika wurde die pflanzentragende Erde als Rücken einer riesigen Echse verstanden. Die bohnenförmigen Auflagen können als Alligatorschuppen (Snarskis 1981) oder als Maiskörner (Bischof 1982: 13) interpretiert werden. Im südamerikanischen Tiefland galt der "Große Kaiman" als Bringer des Maniok und als "Herr der Fische" (Bischof 1982: 14). Die Darstellung doppelköpfiger (Zwillings)Wesen besitzt im südlichen Zentralamerika eine lange Tradition und tritt auch bei Stein- und Metallobjekten auf. Nach Lothrop 1926: modeled alligator ware, type B.

Kulturelle Bedeutung: der Typ wurde während eines sehr langen Zeitraums hergestellt. Seine Objekte dienten häufig als Räuchergefäße. Die seltene Variante ist vor allem aus dem Süden der Region Gran Nicoya bekannt. Trotz ähnlicher Dekors wurden ihre Objekte nicht als Räuchergefäße verwandt. Echsenförmige Verzierungen sind auch aus dem kostarikanischen Hochland (Protomen) und aus der Region Gran Chiriquí (Bemalung) bekannt.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.