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Ident. Nr.: IV Ca 45788

ObjID: obj:107539

Details (Expert)

Beteiligte
José Maria Velasco (1909),
Vorbesitzer*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Guanacaste,
Provinz
Santa Cruz,
Kanton
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 7 x 12,5 x 12,2 cm
Öffnung: 9,3 cm
Wandstärke: 0,6 cm

Objektbeschreibung

Kleine, rundbodige Schüssel mit einziehendem Rand. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Seine Außenseite ist polychrom bemalt und leicht poliert. Grundierung und Bemalung sind partiell fragmentiert.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot-orange und schwarz-braun bemalt wurde. An der Wand befindet sich ein hochständiger, umlaufender Fries. Er zeigt zwei verschiedenfarbige Wellenbänder, die ineinander verschlungen sind (Guilloche-Motiv). Die ovalen Schlaufen wurden mit einem Punkt verziert. Auf den mittelständigen Körperpartien befinden sich zwei umlaufende, rot-orange Bänder. Auf der Innenseite der Keramik sind unregelmäßige Spuren einer weiß-gelblichen Grundierung sichtbar. Am Rand verläuft ein rot-oranges Band. Symbolische Bedeutung: das Guilloche-Motiv wird häufig (Ferrero 1975: 405) als zwei Schlangenleiber interpretiert, die ineinander verschlungen sind. Nach Bransford 1881: Sta. Helena ware. Nach Lothrop 1926: Nicoya polychrome ware.

Kulturelle Bedeutung: der Typ Gruppe Papagayo Policromo steht in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Keramik diente als überregionale Handelsware.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum