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Ident. Nr.: IV Ca 46511

ObjID: obj:108250

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
1000 - 1550
Geografische Bezüge
Punta Arenas,
Provinz
Material / Technik
Stein
Abmessungen
Objektmaß: 19,1 x 7,9 x 6 cm

Objektbeschreibung

Kleine, anthropomorphe Steinskulptur. Die aufrecht stehende, männliche Figur hat einen kurzen, knubbenförmigen Standzapfen. Sie trägt eine runde, unverzierte Kappe, die ihren halslosen Kopf bedeckt. Das abgebildete Wesen besitzt einen übergroßen Torso an dem kurze, gedrungene Beine ansetzen. Die zylindrische Plastik scheint ihre gebeugten Arme schützend vor die Brust zu halten. Ihre übergroßen Hände besitzen vier Finger. Armansätze, Rückgrat, Gesäß, Geschlecht und Schritt wurden besonders betont. Die Füße der Figur weisen fünf Zehen auf. Das gut erhaltene Objekt ist leicht verwittert. An Nase, Mund, Schulter und Zehen befinden sich kleine Abschürfungen. Das Geschlechtsteil der Skulptur ist fragmentiert. Alle Bruch- und Schürfstellen wurden mit einem grauen Material verschlossen.

Die übergroßen Hände der Figur scheinen besonders zum Graben geeignet zu sein. Soziale Bedeutung: Lothrop (1963: 26) vermutet, daß die zentralen Wohnplattformen der Perioden VI und V mit großen anthropomorphen Figuren verziert waren. Sie verkörperten möglicherweise ein steinernes Abbild des Haushaltsoberhaupts, das nach dem Tod der Person rituell getötet und begraben wurde. Symbolische Bedeutung: Lothrop (1963: 25-38, Pl. VIII-XXI) unterscheidet götter- und menschenähnliche Skulpturen. Sie verkörpern vor allem männliche Gestalten, die mehr als acht verschiedene Armhaltungen einnehmen können (1963: 28, Fig. 7). Die götterähnlichen Plastiken besitzen bimorphe Charakteristika oder tragen eine Augenmaske. Anthropomorphe Skulpturen thematisieren dagegen vor allem das Gefangenen-, das Kopftrophäen-, das Stab- und das Gebetsmotiv. Historisch-ethnographische Analogie: die indianische Entdeckerin des panamaischen Fundorts Barriles (Region Gran Chiriquí) soll der Legende nach schaufelgroße Hände besessen haben (Künne 2000, unveröffentlichtes Interview).
(Künne 2005)

Weitere Informationen zur kulturellen Bedeutungkonnten wegen technischer Probleme von Museum Plus nicht in die lange Beschreibung integriert werden.

Letzte Aktualisierung: 24.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.