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Ident. Nr.: IV Ca 47847

ObjID: obj:109545

Details (Expert)

Beteiligte
José Maria Velasco (1909),
Vorbesitzer*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Guanacaste,
Provinz
Santa Cruz,
Kanton
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 6,8 x 10,6 x 10,6 cm
Mündung: 9,6 cm
Wandstärke: 0,45 cm

Objektbeschreibung

Kleine, tiefe Schüssel mit steilem Rand. Das rundbodige Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Seine Außenseite ist bemalt und leicht poliert. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot, rot-orange und schwarz-braun bemalt ist. Das Objekt wird beidseitig durch ein randständiges, rot-oranges Band verziert, an dem zwei vertikale, schwarz-braune Linienbündel ansetzen. Sie werden durch zwei gegenständige, senkrechte Streifen ergänzt, die rot-orange gefärbt sind. Alle Vertikalen treffen am Gefäßboden im rechten Winkel aufeinander. Anstelle ihrer Schnittstelle befindet sich ein rot-oranger Kreis. An den zwei gegenständigen, rot-orangen Senkrechten befinden sich beutelförmige Ausstülpungen. Die Wand wird außerdem durch acht schräge, bandförmige Extremitätenmotive verziert. Sie sind mit runden Scheiben assoziiert, die mehrere kreisförmige Strukturen bilden. Auf der Innenseite der Keramik sind unregelmäßige Spuren einer weiß-gelblichen Grundierung sichtbar. Lehmann (1913) ordnet die Verzierung seinem "Chorotega-Stil" zu und interpretiert das Zentralmotiv als phytomorph. Lothrop (1926) diskutiert dieselbe Keramik unter Nicoya polychrome ware, plumed serpent, type E.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Keramik diente als überregionale Handelsware.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.