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Ident. Nr.: IV Ca 48559

ObjID: obj:110181

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Tardío (1350 - 1550)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 12,2 x 18,6 x 18,8 cm
Öffnung: 17,8 cm
Wandstärke: 0,5 cm bis 0,8 cm

Objektbeschreibung

Tiefe, dreibeinige Schale. Das Objekt besitzt eine leicht ausziehende Wand und einen gewölbten Boden. Die konischen Beine haben zwei schmale Öffnungen und Rasselkugeln. Das Gefäß wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Seine Außenseite ist bemalt und poliert. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert. Das restaurierte Objekt besitzt Bruch- und Fehlstellen.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes schwarz-braun und rot-orange bemalt ist. Die abgerundete Lippe wird durch kurze, schwarz-braune Striche verziert. Unterhalb des Randes befindet sich ein umlaufendes, rot-oranges Band, das von zwei schwarz-braunen Linien begrenzt ist. An der Wand erscheinen drei trapezförmige Bildfelder, die das Objekt zwischen der unterrandständigen Verzierung und den Beinansätzen dekorieren. Die trapezförmigen Sektoren werden durch ein horizontales, rot-oranges Band in zwei Hälften geteilt. Sie zeigen ein kurvilineares Element, das mit einem Halbkreis assoziiert ist. Die drei konischen Beine symbolisieren wahrscheinlich Vogelschnäbel. Sie werden durch einen schwarz-braunen, horizontalen Fries dekoriert, der stark reduzierte Stufenelemente zeigt. Auf der Innenseite des Objekts erscheint eine unterrandständige Verzierung, die das bandförmige Dekor der Außenseite repetiert. Symbolische Bedeutung: Stevenson-Day (1988) versteht die kurvilinearen Bildelemente der wandständigen Bildfelder als stilisierte Katzenmotive.

Kulturelle Bedeutung: das Formeninventar der Gruppe umfaßt vor allem Teller und dreibeinige Schalen. Sie können eine weiß-gelbliche oder lachsfarbene Grundierung besitzen. Die Objekte wurden mit stark stilisierten Motiven verziert und sind vor allem aus Bestattungen bekannt.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.