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Ident. Nr.: IV Ca 48583

ObjID: obj:110205

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Guanacaste,
Provinz
Nicoya,
Kanton
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 7,9 x 17,8 x 16,4 cm
Mündung: 7 cm
Wandstärke: 0,8 cm

Objektbeschreibung

Konisches Halsfragment eines großen Kruges. Das Objekt besitzt einen stark ausziehenden Rand mit breit abgeflachter Lippe. Der Hals wird durch ein anthropomorphes Gesicht verziert, das über aufgesetzte und gemalte Attribute verfügt. Die Keramik ist beidseitig geglättet und geschlämmt. Ihre Außenseite wurde grundiert, bemalt und poliert. Grundierung und Bemalung sind stark erodiert.

Die Außenseite des Objekts wurde wahrscheinlich zweifach geschlämmt. Sie zeigt eine rot-braune Deckfarbe, die sich auf einem weiß-gelblichen Grund befindet. Der Rand ist beidseitig rot-braun gefärbt. Am Hals befindet sich eine umlaufende, weiß-gelblich geschlämmte Fläche, die schwarz-braun und rot bemalt wurde. Sie gliedert sich in mehrere Bildfelder. Der zentrale Sektor wird durch eine invertierte U-förmige Wulst begrenzt. Er zeigt ein anthropomorphes Gesicht, dessen Augen und Nase aufgesetzt sind. Die dargestellte Person trägt eine schwarz-braun umrandete Augenmaske. Die benachbarte Halspartie zeigt zwei Rechtecke, die kreuzförmig miteinander verschränkt sind. Das glyphenähnliche Zeichen weist im zentralmexikanischen Hochland auf den besonders wertvollen Charakter der so dekorierten Objekte hin (Pasztory 1983: 45). Das Objektinnere blieb unverziert. Nach Lothrop 1926: Nandaime ware.

Kulturelle Bedeutung: das Formeninventar der Gruppe umfaßt ausschließlich Krüge, die häufig einen kugelförmigen Körper besitzen. Ihre diagnostischen Verzierungen weisen auf eine typologische Verwandtschaft mit der Gruppe Mora Policromo, variedad Guabal (1200-800d.C.) hin.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.