Logo

Ident. Nr.: IV Ca 48643

ObjID: obj:110265

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 12,5 x 10,3 x 10,3 cm
Öffnung: 6,2 cm

Objektbeschreibung

Kleiner, kugelförmiger Krug mit einem hohen, leicht konvexen Hals. Das Objekt hat eine ovale Mündung und einen wulstförmig verstärkten Rand. Am Hals befindet sich ein anthropomorphes Gesicht, das aufgesetzte und gemalte Attribute besitzt. Das Gefäß wurde beidseitig geglättet und geschlämmt. Seine Außenseite ist zweifach grundiert und bemalt. Grundierung und Bemalung sind stark erodiert. Am Rand befindet sich eine Fehlstelle.

Am Körper und am Rand erscheint eine rot-braune Grundfarbe. Sie wird am Hals durch eine weiß-gelbliche Grundierung ersetzt, die Reste einer schwarz-braunen Bemalung zeigt. Der Hals wird durch ein anthropomorphes Gesicht dekoriert, dessen Ohren, Augen und Nase aufgesetzt sind. Die abgeflachte Form der gegenständigen Seite deutet möglicherweise eine Schädeldeformation an. Am Halsansatz verläuft ein schwarz-braunes Band. Die Innenseite des Objekts blieb unverziert. Nach Lothrop 1926: Nandaime ware.

Kulturelle Bedeutung: das Formeninventar der Gruppe umfaßt ausschließlich Krüge, die häufig einen kugelförmigen Körper besitzen. Ihre diagnostischen Verzierungen weisen auf eine typologische Verwandtschaft mit der Gruppe Mora Policromo, variedad Guabal (1200-800d.C.) hin.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.