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Glasharmonika

Ident. Nr.: 812

ObjID: obj:1106554

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
1805/1815
Material / Technik
Glas, Mahagoni, Messing, Gold
Abmessungen
Gesamtmaß: 910 x 1205 x 440 mm

Objektbeschreibung

Ätherisch ohne Tasten: Ausführliche Objektbeschreibung

Die Glasharmonika befindet sich in einem hölzernen, mit Mahagoni furnierten Kasten von gut 120 cm Breite und 44 cm Tiefe, der auf einer Art Tischgestell aufliegt. Die Höhe mitsamt der Beine beträgt 91 cm. In diesem Kasten sind 44 Glasschalen (Kalotten genannt) in abnehmender Größe von links nach rechts um eine drehbare Achse angeordnet. Jede Kalotte entspricht einem Halbton, genau wie bei den Tasten eines Klaviers. Auf dem Klavier sind wir an viele weiße Tasten mit einigen schwarzen, kürzeren Tasten gewöhnt. Die Töne, die beim Klavier durch die schwarzen Tasten abgebildet werden, sind hier durch einen goldenen Rand gekennzeichnet. Dies diente einfach der Orientierung beim Spielen. Sehende Menschen konnten so auf die kulturell etablierte Struktur der Klaviatur zurückgreifen.

Ohne Wasser erklingt allerdings kein Ton bei der Glasharmonika. Die Kalotten werden durch ein mit dem Fuß zu bedienendes Pedal angetrieben, das über einen Treibriemen zu einem Schwungrad führt, und drehen sich so um die eigene Achse. Bei manchen alten Nähmaschinen kennen wir noch dieses Prinzip eines mit dem Fuß angetriebenen Schwungrads. Die Gläser und Finger werden angefeuchtet und durch einen feinfühligen Druck mit den Fingerspitzen am Rand der Kalotten entsteht genug Reibung, damit ein Ton erklingen kann. Der ehemalige Direktor Oskar Fleischer schreibt hierzu 1892: „Der Ton ist fast frei von unharmonischen Nebentönen, und klingt in seiner Reinheit völlig ätherisch. Doch lassen sich nur langsame Sachen darauf spielen, weil der Ton viel Zeit zu seiner Entwicklung braucht.“ Im Kasten steht folgerichtig ein gläserner Wasserbehälter zum Anfeuchten.

Letzte Aktualisierung: 05.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Musikinstrumenten-Museum