Kranich
Ident. Nr.: 3654
ObjID: obj:1249805
Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Edo (Tokugawa)-Zeitdatiert 1793
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Hängerolle, Tusche und Farben auf Seide
- Abmessungen
- Bildmaß: 96 x 36,1 cmObjektmaß: 177 x 54 cm (Montierung)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1249805
Objektbeschreibung
Üblicherweise symbolisiert die Motivkombination Kranich (in diesem Fall handelt es sich um einen am roten Schopf erkennbaren tanjōzuru) und glückverheissende Blüten (j. fukujūgusa) den Wunsch nach Langlebigkeit und Wohlstand. Besonders zu Neujahr waren solche Bilder als Schmuck der Bildnische beliebt. Der schneebedeckte Boden aus dem die Blüten sprießen verweist ebenfalls auf die kalte Jahreszeit. Rosetsus Kranich, der einen neckischen herausfordernden Ausdruck zeigt, entspricht allerdings nicht unbedingt traditionellen Vorstellungen dieses Glückssymbols. Vielmehr scheint er die überlieferten Ideale geradezu zu parodieren.
Die stoffliche Wiedergabe des Gefieders und der Beine des Vogels lässt die Schulung bei dem für seine naturalistische Manier bekannten Maruyama Ōkyo (1733–1795) erkennen, aber im individualistischen Ausdruck des Kranichs entfernt sich Rosetsu von seinem Lehrmeister. Wie seine Zeitgenossen Soga Shōhaku (1730–1781) und Itō Jakuchū (1716–1800) interpretierte Rosetsu häufig traditionelle Themen humoristisch, bisweilen sogar überzeichnend. Daher gelten diese drei Maler als „Exzentriker“ oder „Individualisten“ der Malerei im Kyoto des 18. Jahrhunderts.
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de