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Regensturm über einer Uferlandschaft

Ident. Nr.: 3639

ObjID: obj:1249809

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

Details (Expert)

Beteiligte
Maejima Sōyū 前島宗祐 (Mitte 16. Jahrhundert),
Maler*in
Datierung
Muromachi-Zeit
1. Hälfte 16. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 50 x 34,5 cm
Objektmaß: 132 x 51 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Heftiger Wind peitscht die Äste eines mächtigen Kiefernbaumes und treibt Regenschauer über den dunkel gefärbten Himmel dieser Küstenlandschaft. Am Ufer halten zwei Wanderer Ausschau nach Booten, die auf der offenen See treiben. Möglicherweise ist hier eine Anspielung auf zwei Motive des klassischen chinesischen Bildthemas “Acht Ansichten der Landschaften um die Flüsse Xiao und Xiang“, nämlich “Nachtregen“ und “Heimkehrende Segel“ intendiert. Hierfür spricht die Existenz stilistisch eng verwandter Bilder, welche die übrigen sechs Szenen zeigen, in amerikanischen Sammlungen. Alternativ wäre auch eine Deutung als Abschiedsbild für einen Reisenden denkbar. Das Motiv sich entfernender Schiffe war im vorausgegangenen 15. Jahrhundert unter japanischen Zen-Mönchen beliebt, die zum Studium nach China pilgerten. Zwei Siegel identifizieren den im frühen 16. Jahrhundert in der Gegend zwischen Odawara und Kamakura, in der Nähe des heutigen Tokyo, tätigen Maler Maejima Sōyū.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]