Logo

Elfköpfiger Bodhisattva Avalokiteshvara (Jūichimen Kannon)

Ident. Nr.: 219

ObjID: obj:1249831

Restauriert mit Mitteln von / Restored with generous support of the National Research Institute for Cultural Properties Tokyo und / and The Japan Foundation

Details (Expert)

Datierung
späte Kamakura-Zeit
14. Jahrhundert
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 108,8 x 52,5 cm
Höhe x Breite: 208 x 75 cm (Montierung)
Erwerbung
Kauf von Familie von Hayashi Tadamasa aus Nachlass Hayashi Tadamasa 1907

Objektbeschreibung

Die zentrale Figur dieser Dreiergruppe, der Elfköpfige Bodhisattva Kannon, steht in Frontalansicht auf je einer roten und weißen Lotosblüte. In seiner nach unten weisenden rechten Hand hält er eine Gebetskette; seine vor der Brust angewinkelte Linke umfasst ein Väschen aus Metall, in der eine weitere rote Lotosblüte steckt. Die elf kleinen Köpfe auf seinem Haupt manifestieren mit elf unterschiedlichen Gesichtsausdrücken die verschiedenen Erscheinungsformen dieser Heilsgestalt, die von gütig und sanft bis wütend und grimmig reichen. Charakteristisch für diesen Typ des Bodhisattva Kannon ist außerdem die kleine Buddha-Figur in der Mitte des Diadems. Es handelt sich hierbei um den Buddha Amida.
Begleitet wird der Elfköpfige Bodhisattva Kannon in dieser ikonografisch seltenen Triasform von Bishamonten (links) und von Kichijōten (rechts), die zu einer Gruppe von insgesamt zwölf Schutzgottheiten zählen.
[SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Die Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit

Die Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit

Zu den heiligsten und wichtigsten Texten des Mahâyâna-Buddhismus gehören die insgesamt 600 Kapitel umfassenden "Großen Sutren der Vollkommenen Weisheit" (sanksr. Mahâ-prajnâpâramitâ-sûtra, jap. Dai-hannyaharamitta-kyô), welche der berühmte chinesische Pilgermönch Xuanzang (596-664) aus Indien mitgebracht und zwischen 659 und 663 ins Chinesische übersetzt hatte. Dieser buddhistische Lehrtext enthält Predigten, die Buddha in 16 Zusammenkünften auf dem Geierkopfberg in Magadha und an drei anderen Orten vor seinen Schülern und Laienanhängern gehalten haben soll. Seit dem achten Jahrhundert war es unter der Aristokratie und dem Klerus Japans ein beliebter Brauch, Sutrentexte auf kostbar verziertem Papier abzuschreiben. Die Vervielfältigung der heiligen Schrift wurde einerseits als religiöse Übung erachtet, andererseits erhoffte man damit auch heilbringende Wirkungen. Für die Sutrenabschriften wurde meist Papier verwendet, das mit Indigo dunkelblau gefärbt wurde. Für die Schrift und die begleitenden Illustrationen benutzte man Gold und Silber. Der Berliner Satz soll ursprünglich 60 Miniaturrollen umfasst haben. 10 Rollen wurden jedoch bereits im Jahre 1784 wegen Insektenfraß entfernt. Die übrig gebliebenen 50 Rollen enthalten je 10 Kapitel, wobei das äußere Deckblatt, hyôshi, mit prächtigen, stilisierten Blütenranken, hosoge, verziert ist. Auf dem Deckblatt ist auch eine Kartusche vorgesehen, in der die Nummerierung der jeweiligen Rolle sowie der Titel geschrieben ist. Auf der Innenseite fangen alle Rollen mit einer szenischen Darstellung von Buddhas Predigt vor seinen Schülern und Laienanhängern an. Eingebettet wird diese Szene in eine stilisierte, nicht näher identifizierbare Landschaft. Danach folgen die einzelnen Kapitel, die jeweils mit einem Titel voneinander getrennt sind. Mehrere Rollen sind jeweils in einem Schwarzlackkästchen untergebracht, das auf der Innenseite auf Rotlackgrund mystische Bannsilben im sogenannten Siddham-Alphabet trägt. Sechs solcher Kästchen, von Brokathüllen umgeben, füllen den großen, in der Negoro-Technik lackierten Aufbewahrungskasten. Der Kastendeckel ist mit einer chinesischen Gedichtaufschrift versehen. In einer illustrierten Chronik der Provinz Settsu aus dem Jahre 1797 wurde der Berliner Satz, der sich damals im Besitz des Jingu-Tempels in Sumiyoshi, Ôsaka, befand, erwähnt. Gemäß Akisato Ritô, dem Verfasser der Chronik, stammen Schrift und Bild von der Hand der Kaiserin Kômyô (701-760). Die technische Ausführung der Malerei deutet jedoch auf eine Arbeit des 12. Jahrhunderts hin.