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Kusunoki Masashige empfängt die Truppen

Ident. Nr.: 3612a

ObjID: obj:1249902

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

Details (Expert)

Beteiligte
Matsumoto Fūko 松本楓湖 (1840 - 1923),
Maler*in
Datierung
Meiji-Zeit
ca. 1868-1888
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 102 x 41,8 cm
Höhe x Breite: 162 x 57,5 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Dieses Bild aus der Sammlung des Militärs Meckel rekurriert auf eine historische Episode. In deren Zentrum steht der Einsatz von zwei Mitgliedern des Schwertadels für das Kaiserhaus. Dieses Thema war vor dem Hintergrund der formalen Wiederherstellung der kaiserlichen Herrschaft im Jahre 1868 von aktueller Bedeutung. Zur Zeit der Militärregierung des Hōjō-Clans entbrannte in der Mitte des 13. Jahrhunderts ein erbitterter Streit um die Erbfolgerechte zwischen zwei Linien des japanischen Kaiserhauses. Als auch die Regionalfürsten zunehmend unzufrieden mit der Führung der Hōjō waren, sah Kaiser Go-Daigo (1288–1339) eine günstige Gelegenheit gekommen, um mit Hilfe der Fürsten die Militärregierung zu stürzen. Seine Pläne wurden aber bekannt und der Kaiser musste zunächst aus der Hauptstadt Kyoto fliehen und sich ins Exil begeben. In dieser schwierigen Situation nahm der Schwertadlige Kusunoki Masashige (1294–1336) Partei für den Kaiser und begann ein Heer auszuheben. Als die Auseinandersetzungen zwischen dem kaisertreuen Heer und den Truppen der Militärregierung sich zu einem Volksaufstand ausgeweitet hatten, befreite der Feldherr Nawa Nagatoshi im Jahre 1333 Go-Daigo aus der Verbannung und brachte ihn nach Kyoto zurück.
Die rechte Hängerolle illustriert, wie Nagatoshi auf seinem Rücken den Kaiser zurück in die Hauptstadt trägt. Ihnen folgt ein Höfling, der sich vorsichtig nach Verfolgern umsieht. Auf der linken Rolle ist Masashige in Begleitung eines anderen Schwertadligen dargestellt. Sie warten auf die Ankunft der Kaisertreuen, die sich langsam durch die Berge voranarbeiten. Stilistisch schließt dieses Hängerollenpaar an die Tradition der Kriegerdarstellungen auf Querrollen in der farbigen, einheimischen Manier des 14. bis 17. Jahrhunderts an. Auch formal unterstreicht dieser im 19. Jahrhundert wiederbelebte Nationalstil (j. fukkō yamato-e) die patriotische Botschaft dieses Bildes.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

Niedriger Tisch (oder Fußbank)

Der niedrige Tisch mit floralem Dekor zählt zu den Meisterwerken chinesischer Schnitzlackarbeiten der frühen Ming-Zeit und stammt ohne Zweifel aus den kaiserlichen Werkstätten, wie zwei eng verwandte Stücke in der Sammlung des Pekinger Palastmuseums bezeugen. An der Wende zur Ming-Dynastie waren die beiden für ihre roten Schnitzlacke berühmtesten Lackmeister tätig, Zhang Cheng und Yang Mao. Sie legten die Grundlagen für eine grandiose Blüte dieser Kunst, die in der Ära Yongle (1403–1424) und Xuande (1426–1435) ihren Höhepunkt erreichte. Die Schnitzlackarbeit dieses niedrigen Tisches besticht durch den weich modellierten Schnitt der dicken Lackschicht und die kompositorische Eleganz des Dekors. Die Oberseite zeigt halb oder vollständig geöffnete Päonienblüten und Knospen unterschiedlicher Größe. Die Beine und Querverstrebungen sind außer mit Päonien auch mit Pflaumenblüten, Lotos und Chrysanthemen geschmückt. Fritz Löw-Beer (1906–1976), aus dessen Sammlung das Werk stammt, begann bereits in den 1920er Jahren, chinesische Lackarbeiten zu sammeln und konnte im Verlauf weniger Jahre eine umfangreiche Sammlung aufbauen. Er konnte sie nach einer Ausstellung in Amsterdam im Jahre 1938 bei seiner Emigration nach den Vereinigten Staaten mitführen und so in Sicherheit bringen. Während und nach dem Kriege vermehrte und verbesserte Löw-Beer die Sammlung. Der Großteil der Sammlung befindet sich heute im Stuttgarter Linden-Museum, das diese Bestände (186 Lackarbeiten) 1978 erwarb. Einzelne bedeutende Lackkunstwerke gingen zuvor bereits an das Museum of Fine Arts in Boston, das Victoria and Albert Museum und das British Museum in London. Im Jahr 1972 gelang der Erwerb des berühmten kaiserlichen Thronensembles und 1978 aus dem Nachlass der Erwerb des niedrigen Tisches für die Berliner Sammlung.

Kaiserlicher Thronsitz

Kaiserlicher Thronsitz

Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]