Logo

Testament

Ident. Nr.: P 13501

ObjID: obj:1304467

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Datierung
3. Jh. v. Chr.
Genauer: 31. Mai – 29. Juni 284 v.Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Stärke: 51,7 x 40,8 x 0,02 cm

Objektbeschreibung

Erbvertrag bzw. Testament (συγγραφὴ καὶ ὁμολογία) in Form einer Doppelurkunde der aus Temnos stammenden Eheleute Dionysios und Kallista mit wechselseitiger Erbberechtigung als alleiniger Erbe. Der überlebende Partner verpflichtet sich, das Erbe an die Söhne des Ehepaars weiter zu vermachen. Es folgen die Festlegung von Verpflichtungen der Söhne gegenüber ihren Eltern sowie Strafklauseln, falls sie diesen nicht nachkommen. Den Söhnen wird das Recht eingeräumt, das Erbe auszuschlagen, falls die Eltern Schulden hinterlassen. Hinterlegung des Testaments bei einem συγγραφοφύλαξ (Urkundenhüter). Datierung nach dem 40. Jahr Ptolemaios I. und dem eponymen Priesteramt seines Bruders Menelaos, Sohn des Lagos. Die beiden Ausfertigungen sind nahezu identisch. Siegel auf dem Verso.

Nach BerlPap: http://berlpap.smb.museum/03735/

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper