Logo

Geburt der Maria

Ident. Nr.: 8333

ObjID: obj:1307192

Details (Expert)

Beteiligte
Meister von Joachim und Anna (15. Jahrhundert),
Bildhauer*in
Datierung
um 1450
Datierung engl.: ca. 1450
Abweichende Datierung: um 1450
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Geburt der Maria
Übersetzung: Birth of the Virgin
Geburt der Maria
Material / Technik
Eichenholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 26 x 13 cm
Erwerbung
1924 (Kauf)

Objektbeschreibung

Mit aufgerichtetem Oberkörper sitzt Anna auf einem Bett und nimmt aus den Händen der Amme das gewickelte Kind entgegen. Ihren Kopf umhüllt ein Krüseler, eine Haube mit Rüschenbesatz. In der Schilderung des Verhältnisses der beiden Frauen zueinander, in der Zuwendung und den Gesten, gelangen vielfältig nuancierte Bezüge zur Anschauung. Besonders sinnfällig wird die auf räumliche Eindrücke hinzielende Gestaltungsweise im Zentrum der Komposition, in dem Darreichen und Empfangen des in die Tiefe des Reliefs gehaltenen Kindes, in der Verschränkung der Gebärden. Die Gesichter sind im Ausdruck treffend charakterisiert: die Amme fürsorglich auf Maria konzentriert, versonnen und von zärtlicher Zuneigung die Züge von Anna, mit großen Augen unbeteiligt dreinblickend das pausbäckige Kind. Aus demselben, vermutlich in den Niederlanden entstandenen Retabel, aus dem dieses Relief stammt, hat sich noch eine weitere Szene, die Begegnung Joachims und Annas an der Goldenen Pforte, im Rijksmuseum in Amsterdam erhalten.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.