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Haupt Johannes des Täufers in einer Schüssel

Ident. Nr.: M 268

ObjID: obj:1307197

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (Expert)

Datierung
um 1430
Abweichende Datierung: um 1430
Datierung engl.: ca. 1430
Weitere Titel
Sammlungstitel: Haupt Johannes des Täufers in einer Schüssel
Haupt Johannes des Täufers in einer Schüssel
Übersetzung: Head of John the Baptist on a Charger
Material / Technik
Eichenholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22,5 x 36 x 34,5 cm
Gewicht: 5,7 kg
Erwerbung
1973

Objektbeschreibung

Der Bußprediger Johannes hatte Christus im Jordan getauft und in ihm den Erlöser erkannt. Die Verehrung, die ihm zuteil wurde, fand ihren Ausdruck auch in den seit dem 13. Jahrhundert häufigen Darstellungen, die sein Haupt in einer Schüssel zeigen und an seinen gewaltsamen Tod erinnern. Johannes war von Herodias mit Hass verfolgt worden, da er sie der ungesetzlichen Ehe mit König Herodes bezichtigt hatte. Nachdem ihre Tochter Salome jenen durch ihren Tanz begeisterte, versprach ihr Herodes die Erfüllung eines Wunsches. Von Herodias angestiftet, forderte sie den Kopf des Johannes, der ihr in einer Schüssel gereicht wurde.
Die Berliner ›Johannes-Schüssel‹ zeichnet sich durch eine ungewöhnliche, auf Naturbeobachtung basierende Charakterisierung aus. In einer Aushöhlung auf dem Scheitel befand sich ursprünglich eine Reliquie, von einem Bergkristall verschlossen.

Letzte Aktualisierung: 23.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)