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Erzengel Michael im Kampf mit dem Teufel

Ident. Nr.: 17/79

ObjID: obj:1310283

Details (Expert)

Datierung
um 1400
Systematik/Art
Material / Technik
Kalkstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 134 x 50 x 40 cm
Gewicht: 182 kg

Objektbeschreibung

Wie das Kopffragment eines Engels (Inv. Nr. 2/94) stammt die Engelsfigur von einem Bildhauer aus dem Kreis jener Künstler, die Herzog Johann von Berry, einer der großen Mäzene der Epoche um 1400, in Bourges, Paris und anderswo um sich geschart hatte. Die Herkunft des Steins verweist auf einen Auftrag im westlichen Frankreich, im Poitou. Mit der Tour de Maubergeon in Poitiers ist dort noch heute eine vom Herzog errichtete und mit Figurenschmuck ausgestattete Residenz erhalten.
Trotz der Zerstörung und des Verlusts der unteren Partie mit dem heute gänzlich fehlenden Satan bleibt die figurale Erscheinung, die sehr konzentriert und verhalten dargebotene Anspannung der zunächst kaum merklich zurückweichenden, dann sich nach vorn beugenden Gestalt, von eindrucksvoller Wirkung. In der weichen, stofflichen Verlebendigung und nuancierend verfahrenden Modellierung der Gesichtsoberfläche – in den ausdrucksvollen Stirnfalten oberhalb der Nasenwurzel spiegelt sich Anstrengung wider – verrät sich der Einfluss eines naturalistischen Empfindens, das gerade um 1400 von Herzog Johann in Auftrag gegebene Werke auszeichnet.

Letzte Aktualisierung: 22.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Liturgischer Teller (Patene)

Liturgischer Teller (Patene)

Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.