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Johannes der Täufer

Ident. Nr.: 7672

ObjID: obj:1312533

Details (Expert)

Datierung
um 1360/70
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 95 x 40 x 24 cm

Objektbeschreibung

Die Figur war Teil einer Deësis-Gruppe (Fürbitte von Maria und Johannes dem Täufer an beiden Seiten von Christus; die zugehörigen Skulpturen des Weltenrichters und der Muttergottes --Inv. Nr. 7670, 7671-- sind seit 1945 verschollen). Weltgerichtsdarstellungen, in denen der Erlöser von Figuren der für die sündige Menschheit bittenden Muttergottes und Johannes flankiert wird, wurden um die Jahrtausendwende aus Byzanz ins Abendland importiert und waren dort in fast allen Gattungen üblich. Der Typ der knienden Interzessoren hat sich speziell in der Skulptur und zwar besonders im Tympanon verbreitet, dessen Bogenform sich bestens für die Haltung der Fürbittenden eignete. Die Darstellung, die nicht selten um kleinere Engelsfiguren mit den Leidenswerkzeugen Christi weiter außen erweitert wurde, ersetzte in knapper Form das vor allem im 12. Jahrhundert weit komplexere Jüngste Gericht mit dem Weltenrichter und der Scheidung der Seelen.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Letzte Aktualisierung: 06.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)