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Studienblatt mit siebzehn aufgehängten Rehen

Ident. Nr.: KdZ 8497

ObjID: obj:1314982

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Frans Snyders (1579 - 1657),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: frühe 1640er-Jahre
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Studienblatt mit siebzehn aufgehängten Rehen
Studienblatt mit erlegtem, teils aufgehängtem Wild
Provenienz
Karl Eduard von Liphart (1808-1891),
383006
Nachlass/Vermächtnis: Freiherr Reinhold von Liphart (1864-1940),
382502
Freiherr Reinhold von Liphart ,
bis 26.4.1898
Rudolf Philipp Goldschmidt (um 1840-1914),
bis 1917
Frits Lugt (1884-1970),
30.11.1917
Abmessungen
Blattmaß: 35,2 x 21,5 cm
Wasserzeichenmaß: 28 x 21 mm
Erwerbung
1917 als Schenkung von Frits Lugt, Amsterdam, erworben

Objektbeschreibung

Skizzenblatt mit 17 Rehen, Böcken und Kitzen in verschiedenen Positionen nach der Natur, die Snyders und Paul de Vos, ein Schwager von Snyders und ebenfalls Tiermaler, als Vorarbeiten für mehr als 15 Gemälde nutzten. Die Gemälde entstanden in den 1620er- bis frühen 1640er-Jahren. Auf der Rückseite sind einige Hunde in schwarzer Kreide skizziert. Hella Robels datierte das Blatt aufgrund fehlender, für die Früh- und Spätzeit charakteristischer Bewegungsmotive in die frühen 1640er-Jahre.
Snyders lernte bei Pieter Brueghel d. J. und war auch mit dessen jüngerem Bruder, Jan d. Ä., gut bekannt. Für seine Reise nach Rom und Mailand (1608/09) stellte dieser Snyders eine Empfehlung für den Kardinal Federico Borromeo aus. Über den Werkstattbetreib von Frans Snyders ist längst nicht so viel bekannt wie über Rubens. Eine Handvoll Künstler sind bislang als seine Schüler nachgewiesen, unter ihnen Peeter Boel und Jan Fyt.

Letzte Aktualisierung: 16.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Fragment einer großformatigen, triptychonartigen Radierplatte aus dem Jahre 1900, von der sich die Künstlerin nachträglich distanzierte und die von ihr deshalb auseinandergeschnitten wurde. Nur der linke Teil mit der realistischen Arbeiterfamilie hatte vor ihren eigenen Augen auch noch in späteren Jahren Bestand, während sie die Hauptdarstellung in der Mitte und die rechte Randszene aufgrund ihrer symbolischen Überfrachtung als "fatal" verwarf. Die unzerschnittene Platte variiert das Themades nicht in den Zyklus aufgenommenen Schlußblattes zu "Ein Weberaufstand":"Aus vielen Wunden blutest du, oh Volk" [#vgl. Ident. Nrn. 658-1912, AM 383-1971]. Während sich der Mittelteil auf beiden Radierungen gleicht, wurden die Seitenfiguren im späteren Werk durch zwei Szenen ersetzt. An Hand der Themen Selbstmord und Prostitution schildern sie die ausweglose Situation des Proletariats. Für die vermutlich durch Arbeitslosigkeit ins Elend gestürzte Familie links bietet sich als Ausweg nur der Strick. Das Triptychon sollte ursprünglich den Titel "Das Leben" tragen und wohl so etwas wie eine allegorische Gesamtschau auf die Lebensbedingungen des Proletariates geben. Der Druck gehört zu den wenigen von [Otto] Felsing gedruckten Exemplaren, die den Ausgaben des Verlags E. A. Seemann, Leipzig, vorausgingen.(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 76, Kat.-Nr. 80)2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.

Rhenen von Westen

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)