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Pan verfolgt Syrinx

Ident. Nr.: M 144

ObjID: obj:1330468

Details (Expert)

Beteiligte
Johann Peter Benckert (11.09.1709-14.12.1765)
Datierung
um 1750
Material / Technik
Buchsbaumholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 28 x 12,5 x 8,5 cm

Objektbeschreibung

Die hier dargestellte Geschichte von der Nymphe Syrinx und dem Hirtengott Pan ist den Metamorphosen des antiken Schriftstellers Ovid entnommen (Buch 1, Verse 689-713). Darin verschmähte Syrinx, als Anhängerin der jungfräulichen Artemis, die Liebe des Hirtengottes Pan. Als dieser sie liebestrunken verfolgte, verwandelte sich die flehend Bittende am Fluss Ladon in ein Schilfrohr, das Pan daraufhin umarmte. Als nun der Wind, oder der Atem Pans – so eine andere überlieferte Version der Geschichte – dem Rohr sanfte, klagende Töne entlockte, wollte Pan die entweichenden Klänge bewahren. Er brach das Schilfrohr in sieben unterschiedlich lange Teile, die er der Größe nach aneinanderreihte und zusammenband. So erfand Pan die Hirtenflöte, die er nach seiner verehrten Najade Syrinx benannte.
Der Bildhauer Johann Peter Benckert, der vor allem unter Friedrich dem Großen in Potsdam und Berlin tätig war, stellt in dieser kleinformatigen Gruppe geschickt den gesamten Ablauf der Geschichte dar. Oben, auf dem Gipfel des pyramidenförmigen, mit Wasser und Pflanzen gestalteten Sockels, umarmt der bocksfüssige Pan das Bündel Schilf, in das sich Syrinx verwandelt hatte. Damit ist der dramaturgische Höhe- und Endpunkt der Geschichte versinnbildlicht. Doch Pan blickt wie aus einem Versteck auf zwei nackte junge Frauen herab, von denen die einen im Gewässer lagert, die andere aber bereits vor seinen Blicken fliegt. Hier hat der Bildschnitzer zwei bzw. drei zeitlich aufeinanderfolgende Szenen in eine Darstellung vereint: Zunächst die unbekümmert im Wasser Badende, dann die Fliehende und zuletzt die in ein Schilfrohr verwandelte und von Pan umarmte Syrinx, womit er ein und dieselbe Person dreimal darstellte um den Ablauf der Handlung zu veranschaulichen. Andererseits könnten hier auch die Geschwister der Syrinx gemeint sein, die, allesamt Töchter des Zeus – oder Oceanus – über Quellen, Seen, Flüsse oder anderen Gewässern wachten. Wie es auch sei, der Bildschnitzer komponierte einen verständlichen Handlungsablauf, in der er auch die Erfindung der Panflöte verbildlichte: ein bocksfüßiger Satyrknabe, der sich unten auf einem Rasenstück niedergelassen hat, scheint der Syrinx wohlklingende Töne zu entlocken und schließt die Handlung somit gleichsam ab.
Da Benckert zahlreiche monumentale und lebensgroße Marmor- oder Sandsteingruppen für die Gärten und Schlösser Friedrichs des Großen schuf, wird vermutet, dass es sich hier um ein Modell für eine Gartenskulptur handeln könnte. Allerdings ist von ihm keine größere, in Stein gearbeitete Pan-Syrinx-Gruppe bekannt. Es ist daher, auch aufgrund der feinen Ausführung, denkbar, dass es sich hier um ein kleineres für den Innenraum bestimmtes Werk handelt.

Hans-Ulrich Kessler

Letzte Aktualisierung: 12.05.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die grazile Frauengestalt, in Mieder und einem bodenlangen, die Füße vollständig bedeckenden Kleid gehüllt, ist in einer ausgewogenen Torsion dargestellt. Dem leicht einwärts gekehrten Spielbein, das sich unter dem vom Wind erfassten Stoff deutlich abzeichnet, antwortet der nach links gewendete Oberkörper, während der Kopf sich wiederum über die rechte vorgeschobene Schulter neigt. Die schwungvolle Körperbewegung wird durch die gleichmäßigen, von allen Seiten fein ausgearbeiteten Gewandfalten effektvoll nachgezeichnet. Von gleicher handwerklicher Raffinesse ist die Ausarbeitung der anmutigen Physiognomie und des am Hinterkopf zum Knoten geschlungene Haares. Über die Identität der kleinen Figur lässt sich nur spekulieren. Die frei angesetzten Unterarme mit den zur Seite ausgerichteten und zum Gebet zusammengefalteten Händen, sind wohl eine spätere Ergänzung. In den frühesten Inventareintragungen (1655 und 1757), als sich die Statuette noch in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer befand, wurde sie mal mit Turm, mal mit Kelch beschrieben, womit sie eindeutig als hl. Babara zu identifizieren wäre.Bislang konnte kein Künstler dem Werk eindeutig zugeordnet werden. Allerdings finden sich von dem in Regensburg tätigen Maler Albrecht Altdorfer (1480-1538) einige Zeichnungen, in denen nicht nur der gleiche Frauentypus vorkommt, sondern auch ein ganz ähnlicher Körperaufbau mit geradezu identischen Faltenzügen. Es ist daher plausibel, den Autor dieser anmutigen Mädchenfigur in Regensburg, im Umkreis Albrecht Altdorfers zu suchen.

Heiliger Nikolaus

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