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Verkündigung an Maria in einem Initial-D

Ident. Nr.: 420-1889

ObjID: obj:1330532

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Israhel van Meckenem (der Jüngere) (vor 1450-10.11.1503),
Stecher*in
Entwurf: Meister E S (1420–1468),
Entwerfer*in
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Durchmesser: 12 cm

Objektbeschreibung

In diesem Entwurf einer figurierten Initiale greift Israhel van Meckenem auf eine graphische Vorlage des Meisters E. S. zurück, auf den Kupferstich der Verkündigung an Maria (L. 8). Eingefasst in ein aufrecht stehendes, strenges Oval, öffnet sich der Blick in die sorgsam geschilderte Stube der heiligen Jungfrau. Am Lesepult unter dem Fenster kniend, wendet sie sich zum herannahenden Engel um und vernimmt die Botschaft, während von rechts oben der Strahl der Empfängnis auf sie niederfährt. Gerahmt wird diese Schilderung von einer reich ornamentierten Buchstabenform der Majuskel ›D‹. Fleischige Akanthusranken stehen vor dunkel schraffiertem Grund und lassen in der Mitte der beiden aufrechten Züge mit Blüten besetzte Medaillons frei. In der detaillierten Schilderung der Verkündigung steht die Komposition in der Tradition der historisierten Initialen der Buchmalerei. Und tatsächlich wurde der Kupferstich in diesem Sinne verwendet. Max Lehrs nennt in seinem Werkverzeichnis insgesamt sechs bekannte Exemplare des Drucks, von denen drei, den Buchstabenkonturen folgend ausgeschnitten, tatsächlich aus Handschriften stammen, in die sie als Initialen eingeklebt worden waren. Einige davon ließen sogar das Namenszeichen Israhels unter dem Buchstaben stehen.

Text: Michael Roth, in: Schrift als Bild, hg. von Michael Roth, Petersberg, 2010, S. 83, Kat. 59 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)