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Schmerzensmann mit den Leidenswerkzeugen in einem Initial-O

Ident. Nr.: 419-1889

ObjID: obj:1330583

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Israhel van Meckenem (der Jüngere) (vor 1450-10.11.1503),
Stecher*in
Entwurf: Meister E S (1420–1468),
Entwerfer*in
Unbekannt,
Papierherstellung
Material / Technik
Kupferstich
Abmessungen
Durchmesser: 11,9 cm

Objektbeschreibung

Fast formatfüllend in das leicht schräg stehende Innenoval des Buchstabens ›O‹ eingeschrieben, steht der auferstandene Christus mit dem T-Kreuz im Arm auf der Weltkugel. Mit der Linken stützt er ein voll ausgebildetes Wappen mit den Zeichen seiner Passion, den Arma Christi. Helm und Helmzier mit der segnenden Rechten Christi im Strahlennimbus komplettieren das heraldische Zeichen. Aus dem Ärmelstoff entwickeln sich großblättrige Akanthusranken, die in weiten Schwüngen den gesamten hellen Bildfond erfassen. Sie schaffen zudem eine Verbindung zum Buchstabenkörper des ›O‹, wo ebenfalls fleischig ondulierte Akanthuszierranken vor kreuzschraffiertem, dunklem Grund stehen. Meckenem greift in diesem Kupferstich nur partiell auf eine Vorlage seines Vorläufers, des Meisters E. S., zurück. Der Schild mit den Arma Christi und die Helmzier mit der segnenden Hand Christi erscheinen in verwandter Form, aber in gespiegelter Anordnung bereits auf einem Kupferstich mit dem Passionswappen des oberrheinischen Meisters (L. 189).

Text: Michael Roth, in: Schrift als Bild, hg. von Michael Roth, Petersberg, 2010, S. 84f., Kat. 60 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)