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Ident. Nr.: A (30 K 46)

ObjID: obj:1353252

Details (Expert)

Datierung
19. Jh.
Abmessungen
Höhe x Breite: max. 9 x 2,5 cm

Objektbeschreibung

Das Ensemble besteht aus einer kleineren und zwei größeren Nadeln. Auf dem Nadelschaft sitzt senkrecht ein Rosettenblatt. Auf diesem sind drei rote Steine in einer hohen Zylinderfassung angebracht. Dazwischen befindet sich je eine Metallkugel.
Der weitere Aufbau der Nadeln ist unterschiedlich. Die kleinere Nadel hat emaillierte Blätter mit einem roten Stein und eine Blechbekrönung, bei einer größeren Nadel ist ein Kranz mit türkisfarbenen Steinen Steinen angebracht. Darüber befindet sich ein gefasster roter Stein. Die zweite größere Nadel hat eine Blechbekrönung mit einer leeren Steinfassung.

Ihre höchste Vollendung erreichte der Kopfschmuck der Frau in der Bockelung, die in der Gegend um Abtsdorf/Siebenbürgen Schleierung ("Schlijeren") genannt wurde. Es handelte sich hierbei um "die Umhüllung des Kopfes und Umrahmung des Gesichts mit einem weißen Schleiertuch".
In Abtsdorf wies die Schleierung im Vergleich zu derjenigen in vielen anderen siebenbürgisch-sächsischen Orten eine Reihe von auffälligen Besonderheiten auf. Zum einen wurde hier keine Quetsche (Drahtgestell zum Einstecken der Bockelnadeln) über den Kopf gelegt, wie das vielerorts üblich war, sondern nur ein leicht zusammengefaltetes Tuch, in das die Bockelnadeln gesteckt wurden. Zum anderen wurde in Abtsdorf nur das Haar umhüllt, während der in breite Falten gelegte und tief herabhängende Tüllschleier Stirn, Kinn und Wangen frei ließ, ja sogar der Haaransatz blieb sichtbar. Somit konnte das junge Frauengesicht in seiner vollen Ausstrahlung in Erscheinung treten.
Diese Wirkung wurde durch die über dem Haaransatz und noch einmal dahinter über dem Schleier angebrachten seidenen Spitzrüschenkränzchen verstärkt, zwischen die dann diademartig die Bockelnadeln gesteckt wurden.

Letzte Aktualisierung: 29.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.