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Bildnis des Dominique-Vivant Baron Denon (1747-1825)

Ident. Nr.: M 266

ObjID: obj:1361508

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (Expert)

Beteiligte
Joseph Chinard (1756.02.12)
Datierung
1805
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Frankreich,
Land
Material / Technik
Gebrannter Ton
Abmessungen
Durchmesser: 17 cm

Objektbeschreibung

Das Medaillon zeigt im erhabenen Relief das nach rechts ausgerichtete Profilbildnis eines etwa 50 Jahre alten Mannes. Der auffällige Backenbart und die Kleidung des Dargestellten - insbesondere das Jabot und das breite, mit Lorbeer besetzte Revers seiner Uniform - weisen es sogleich als ein Werk des Empire (1799-1814) aus. Der gewählte Brustausschnitt und das im reinen Rechtsprofil dargestellte Porträt sind für die Arbeiten des aus Lyon stammenden Bildhauers und Medailleurs Joseph Chinard charakteristisch. Die noch in den feuchten Ton eingeschriebene Signatur am unteren Büstenabschnitt betstätigt diese Zuschreibung: "Chinard à (?) de / l´institut / membre de plusieurs accade(mies) / a milan". Der Dargestelle konnte erst kürzlich als Dominique-Vivant Baron Denon identifiziert werden, einer der vielseitigsten und schillerndsten Persönlichkeiten seiner Epoche, der unter Napoleon zum ersten Direktor des Louvre und aller anderen französischen Museen ernannt wurde. Vor allem der Vergleich mit anderen Porträt Denons, wie u. a. das 1808 ausgeführte Gemälde von Robert Lefèvre in Versailles, führte zu dieser Erkenntnis. Ausschlaggebend für die Identität des Porträtierten war jedoch der kahle, tonsurartige Hinterkopf, der auch in einem Stich von Benjamin Zix (1772-1811) zu erkennen ist, wo Denon inmitten von erbeuteten Kunstwerken und Altertümern diese inventarisiert.
Wie aus der Inschrift hervorgeht, schuf Chinard das Medaillon in Mailand. Aus der Korrespondenz Denons ist zu erfahren, das er (Denon) sich am 22. April 1805 von Paris aus nach Mailand begab, um dort - am 26. Mai - der Krönung Napoleons zum König der Lombarden beizuwohnen. Er bleibt dort bis zum 11. Juni 1805. In diesem Zeitraum müssen sich Joseph Chinard und der Baron Denon in Mailand begenet sein. Ergebnis dieser Begegnung ist dieses lebensnahe Porträt Denons, für das er dem zu dieser Zeit gefragtesten Bildhauer Modell saß.
Hans-Ulrich Kessler

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM

Liturgischer Teller (Patene)

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.