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Kniender Bischof mit dem heiligen Stephan als Fürbitter

Ident. Nr.: M 293

ObjID: obj:1362804

Eigentum des Kaiser Friedrich Museumsvereins

Details (Expert)

Beteiligte
oder Umkreis: Jacques Morel (1418 - 1459),
Bildhauer*in
Datierung
Mitte 15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Kalksandstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 47 x 24 x 17 cm
Höhe x Breite x Tiefe: 56 x 24 x 17 cm (mit Stift)
Gewicht: 10 kg

Objektbeschreibung

Dargestellt ist ein im Gebet kniender Bischof, der einem separat aufgestellten Bildwerk der Muttergottes oder der Heiligen Dreifaltigkeit zugeordnet gewesen ist. Fürsorglich in Blick und Geste, erhebt sich hinter ihm sein Schutzpatron, der Diakon Stephanus. Auf dem Buch in der Rechten des Heiligen liegen Steine – Hinweis auf sein Martyrium. In der Linken hält er einen Palmzweig, Lohn für den Opfertod und Siegeszeichen. Die Gruppe war vermutlich im Zusammenhang mit einer Stiftung, zum Beispiel einer Kapelle, aufgestellt. Sie ist im höfischen Milieu um 1450, zur Zeit der französischen Könige Karl VII. und Ludwig XI., entstanden und legt Zeugnis ab von der erneuten künstlerischen Blüte in Frankreich nach dem Ende des Hundertjährigen Kriegs mit England.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)