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Bildnis des Patriziers Willibald Imhoff d. Ä.

Ident. Nr.: 538

ObjID: obj:1365325

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
1570
Abweichende Datierung: 1570
Datierung engl.: 1570
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis des Patriziers Willibald Imhoff d. Ä.
Bildnis des Nürnberger Patriziers Willibald Imhoff d. Ä.
Übersetzung: Bust of Willibald Imhoff the Elder
Material / Technik
Terrakotta mit Fassung
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 81,5 x 78 x 39 cm

Objektbeschreibung

Willibald Imhoff (1519–1580), erfolgreicher Nürnberger Handelsmann und Neffe des Humanisten und Dürerfreundes Willibald Pirckheimer, besaß eine der wichtigsten Kunstsammlungen der Stadt. 1570 beauftragte er den niederländischen Bildhauer Gregor van der Schardt, der mehrere Jahren in Italien gelebt und sich gerade in Nürnberg niedergelassen hatte, mit der Herstellung einer lebensgroßen Büste von ihm. Obwohl er die Tracht eines Patriziers trägt, ist Imhoff hier nicht als Geschäftsmann, sondern als Kunstkenner dargestellt: Der 51-Jährige schaut nachdenklich auf einen Ring, den er in seiner erhobenen linken Hand hält. Naturalistische Tonbüsten dieser Art waren in Nürnberg bis zur Ankunft van der Schardts unbekannt und spiegeln seine Kenntnis italienischer Kunst wider. Imhoff wählte also für sein Bildnis die damals modernste Kunstform. JC

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Allegorie des Wahnsinns

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Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.