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Daphne

Ident. Nr.: 8659

ObjID: obj:1365427

Details (Expert)

Beteiligte
Andreas Schlüter (1660 - 1714),
Bildhauer*in
Datierung
1712
Material / Technik
Sandstein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 210 x 82 x 105 cm
Gewicht: ca. 1000 kg

Objektbeschreibung

Die Geschichte der unerwiderten Liebe Apolls zur Nymphe Daphne hat Ovid in seinen Metamorphosen erzählt (I, 452-567): In einem Streit zwischen Apoll und Amor um die Treffsicherheit ihrer Pfeile hatte der Liebesgott zwei Pfeile mit unterschiedlicher Wirkung entsandt – einen, der Liebe entflammt und einen anderen, der sie verscheucht. Mit letzterem traf Amor Daphne, die Tochter des Flussgottes Peneios, während er Apoll mit dem Pfeil der Liebe verletzte. Als Apoll bei der Verfolgungsjagd Daphne erreichte, wird sie auf ihr Bitten hin von ihrem Vater Peneios in einen Lorbeerbaum verwandelt. Andreas Schlüter schuf diese Skulpturen für die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Villa Kamecke. Sie bekrönten, neben sechs weiteren Figuren, von denen sich noch das Götterpaar Neptun und Amphitrite im Bode-Museum erhalten haben, einst das Dach der nach seinen Plänen zwischen 1711/12 errichteten Villa in der heutigen Dorotheenstraße 21. Das unmittelbare Vorbild war Gian Lorenzo Berninis berühmte Gruppe in der Galleria Borghese in Rom, die Schlüter während seiner Italienreise sicherlich studiert hatte.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)