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Anubis Imperator als Harpunier

Ident. Nr.: VÄGM 2002/120

ObjID: obj:1367076

Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e.V.

Details (Expert)

Datierung
1.–2. Jh. n. Chr.
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze (Material / Metall)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 7,8 x 4,6 x 2,1 cm

Objektbeschreibung

Bei den Götterfiguren gleich ist die nicht aus dem pharaonischen Kulturkreis entlehnte Kleidung sowie die Körperhaltung mit Stand- und Spielbein. Bekleidet sind sie mit einem Panzer und Mantel, der Idiom eines römischen Offiziers ist, neben einem Militärgürtel, dem cingulum militare. Ursprünglich dürften die heute abgebrochenen Füße mit Sandalen bekleidet gewesen sein. Als genuin ägyptisch können die Tierköpfe in Kombination mit einem Kronenansatz bei Anubis (a) bzw. die Sonnenscheibe bei Apis (b) zwischen den Ohren verstanden werden. In ihrer Rechten hielten sie ursprünglich eine Lanze. Sie erscheinen in der Pose eines siegreichen römischen Kaisers. In Bezug auf den ägyptischen Pharao, dessen Aufgabe es war, die Maat im Lande zu erhalten und das Böse abzuwehren, sind die Götter hier Krieger und Verteidiger zugleich. Der schakalköpfige Anubis und der stierköpfige Apis können als Verteidiger der Leiche des Gottes Osiris und Beschützer der Toten angesehen werden. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei den Figuren um Votive aus einem Tempel oder Grab.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper