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Gefangennahme Christi

Ident. Nr.: KdZ 5683 verso

ObjID: obj:1368313

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Anton van Dyck (1599 - 1641),
Zeichner*in
Jesus Christus,
Erwähnte/Dargestellte Person
Datierung
Herstellung: 1618-1621
Provenienz
Adolf von Beckerath (1834-1915),
bis 1902
Material / Technik
Feder in Braun
Abmessungen
Blattmaß: 16,1 x 24,6 cm
Erwerbung
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Die Vorder- und Rückseite dieser Zeichnung sowie zwei weitere Varianten des Themas, ebenfalls im Kupferstichkabinett Berlin (KdZ 6334 recto, KdZ 1340 recto und verso), bereiten neben weiteren zehn Studien drei gleich komponierte, gemalte Versionen der Gefangennahme Christi von 1620 vor (Prado, Madrid; Minneapolis Institute of Arts; Bristol City Museum). 
Nach der ersten Ideenskizze (KdZ 6334) entstanden Einzelstudien zu den Jüngern (KdZ 5683 recto). Dieser rückseitige Entwurf (KdZ 5683 verso) wandelt die erste Komposition ab, während das dritte Blatt (KdZ 1340 recto) als Variation die Lichtführung erprobt. 
Van Dyck wandelte im Lauf der Vorbereitung die Komposition radikal ab: Aus einem Quer- wurde ein Hochformat, Jesus rückt ganz nach rechts, während die Soldaten von links herandrängen. Die hier entworfene Reihung der Figuren arbeitet er in KdZ 1340 weiter aus und komprimiert sie gleichzeitig in ein Hochformat, das er auch für die Gemälde verwendete. Dargestellt ist der dramatische Moment vor dem Kuss des Judas, die Handlung ist für einen Augenblick in der Schwebe. Van Dyck fängt die Spannung vor dem Verrat ein und steigert das Gefühl drohender Gefahr. Die Petrus- und Malchus-Gruppe unten links ist hier nur vage angedeutet. 
Diese Zeichnungen für dasselbe Projekt offenbaren van Dycks Experimentierfreude und veranschaulichen den kreativen Prozess, sie wirken roh und lebendig, konzentrieren sich auf das Notwendige und sind zugleich von höchster Emotionalität geprägt.

Letzte Aktualisierung: 10.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett