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Meleager

Ident. Nr.: 2594

ObjID: obj:1368395

Details (Expert)

Beteiligte
Candido (1516-1574),
Bildhauer*in
Datierung
1567–1574
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 15,4 x 9 x 6 cm

Objektbeschreibung

In ihrem betont kontrapostischen Aufbau und ihrer rhythmischen, schwungvollen Bewegung variiert die äußerst fein und differenziert ziselierte Statuette Kompositionen Giambolognas, in dessen Werkstatt der Künstler tätig war. Dargestellt ist Meleager, der Sohn des Königs von Kalydon. Die Jagdgöttin Diana hatte als Strafe für ein unterlassenes Opfer das Land Kalydon durch einen gewaltigen Eber verwüsten lassen. Auf einer Hetzjagd konnte Meleager das Unheil stiftende Tier erlegen. Die Bronzestatuette illustriert die Stelle in Ovids Metamorphosen, in der die siegreiche Pose mit dem Eberkopf unter dem Fuß des erfolgreichen Jägers beschrieben wird (VIII, 425). Den Kopf machte er anschließend seiner Geliebten, der Jägerin Atalante, zum Geschenk. Obwohl sich die Statuette direkt auf den Ovidschen Text bezieht, ist sie nicht narrativ: Meleager präsentiert sich als Triumphator mit Lorbeer im Haar.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

Würfelkapitell mit Blattornamenten

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)