Logo

Bildnis des Papst Benedikt XIV. Lambertini

Ident. Nr.: 345

ObjID: obj:1368439

Details (Expert)

Beteiligte
Pietro Bracci (1715-1773),
Bildhauer*in
Datierung
1750/1753
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Rom,
Stadt
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 30 x 24 cm
Durchmesser: 17,4 cm (Sockel)
Gewicht: 33 kg

Objektbeschreibung

Zu den ersten Erwerbungen des späteren Generaldirektors der Berliner Museen, Wilhelm von Bode, zählt das Bildnis des 1740 zum Papst gewählten Bolognesen Prospero Lambertini, der sich während seiner 18-jährigen Regentschaft durch eine weitsichtige Diplomatie und sein Engagement für Kultur und Wissenschaften auszeichnete. Das lebensgroße Marmorbildnis zeigt den hochgelehrten Kirchenvater in knapper Büstenform mit abgeschnittenen Schultern. Die pelzgefütterte Camura bedeckt den Kopf mit dem vollen Gesicht. Die Mozzetta, der Schulterkragen, ist fast gänzlich von der Stola bedeckt, deren Saum mit dem päpstlichen Wappen geschmückt ist. Mit Bravour hat Bracci, der auch das 1769 vollendete Grabmal für Benedikt XIV. im Petersdom geschaffen hat, dessen markante Physiognomie mit den scharf blickenden Augen, den buschigen Brauen und dem sinnlichen Mund wiedergegeben. In der relativ schlichten Form der Büste kündigt sich bereits der Wandel vom Spätbarock zum Klassizismus an.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Allegorie des Wahnsinns

Allegorie des Wahnsinns

Die auf einem Segmentbogen lagernde Aktfigur eines kahlköpfigen, finster dreinblickenden Mannes scheint in einem Anfall von Wut mit weit geöffnetem Mund zu brüllen. Aufgrund seines unberechenbaren Temperaments sind die Hände an den Gelenken miteinander verkettet. Nicht nur der sanft geschwungene Giebel, auch die Komposition der darauf ausgestreckten Figur erinnert an Michelangelos lagernde, die Zeiten des Tages symbolisierende Gottheiten aus der Medici-Kapelle in San Lorenzo in Florenz. Insbesondere das Motiv des sich auf dem Unterarm stützenden Armes, der die Aufrichtung des Oberkörpers erlaubt, ist Michelangelos Figur des „Abends“ entlehnt.Das bei seiner Erwerbung 1908 zunächst noch Pietro Tacca (1577-1640) zugeschriebene Modell konnte inzwischen mit überzeugenden Argumenten dem dänischen und überwiegend in England tätigen Bildhauer Caius Gabriel Cibber zugewiesen werden. Die hier dargestelte Allegorie des Wahnsinns ist das Pendant zur Liegefigur der Melancholie, die der Bildhauer als Giebelfiguren für das Hauptportal des Royal Bethlem Hospitals in Moorfields schuf. Das 1247 in Bedlam, vor den Toren Londons gegründete Hospital war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Heim für Geisteskranke. Als die Stadt 1666 einem Brand weitgehend zum Opfer fiel, ließ man zwischen 1674 bis 1676 einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert Hooke (1635-1703) außerhalb der Stadt in Moorfields errichten, wofür Cibber schließlich die beiden lebensgroßen Liegefiguren in Stein schuf. Bei dem hier ausgestellten Werk handelt es sich um einen ersten künstlerischen Entwurf des Künstlers.