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Gussform für mehrere Schmuckstücke, Hälfte

Ident. Nr.: 2527

ObjID: obj:1372762

Details (Expert)

Beteiligte
Dr. phil. Wilhelm von Bode (1845-1929),
Vorbesitzer*in; Archive
Datierung
6./7. Jahrhundert
Material / Technik
dunkler Stein, Schiefer?
Abmessungen
Höhe: 5,7 cm
Breite: 7,3 cm
Erwerbung
1898 in Smyrna gekauft, als Geschenk von Wilhelm Bode erworben

Objektbeschreibung

Die an den Schmalseiten gerade beschnittenen, an den Längsseiten schwach gerundete Platte aus dunklem Stein diente als eine Hälfte einer Gussform für Schmuckanhänger. In negativem Relief sind von links nach rechts ein kleiner Halbmond mit Öse, ein Medaillon mit einem Reiterheiligen und ein ornamentiertes Kreuz eingetieft. Vom oberen Rand führen trichterförmige Gusskanäle zu den Schmuckformen. Auch Medaillon und Kreuz besaßen - quer gestellte - Ösen. Nuten von den beiden Schmalseiten der Gussform führten auf diese Ösen zu und über sie hinaus. Inn diese wurde vor dem Guss ein Stab aus einem Material höheren Schmelzpunktes eingelegt, um dadurch die Öffnung der Öse vom Gussmaterial freizuhalten.
Der Reiter auf dem Medaillon bewegt sich nach links. In der Hand hält er eine kreuzverzierte Lanze, mit der er einen am Boden liegenden Drachen durchstößt. Er wird durch die Beischrift in griechischen Buchstaben Ο Λ ΓEO abgekürzt als 'der heilige Georg' bezeichnet. Bei dem Λ handelt es sich wahrscheinlich um ein nachlässig eingraviertes A als Abkürzung für AΓIΟΣ, heilig. Die zugehörige zweite Hälfte der Gussform ist nicht erhalten.
Die Gussformhälfte wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.

Letzte Aktualisierung: 24.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)