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Reliquiarkreuz, Hälfte (Enkolpion)

Ident. Nr.: 2508

ObjID: obj:1373137

Details (Expert)

Beteiligte
Dr. phil. Wilhelm von Bode (1845-1929),
Vorbesitzer*in; Archive
Datierung
Datierung: 8./12. Jahrhundert
Datierung: 10./11. Jahrhundert
Material / Technik
Kupferlegierung
Abmessungen
Höhe: ohne Ösen 7,4 cm
Breite: 5,5 cm
Erwerbung
1898 in Smyrna gekauft, als Geschenk von Wilhelm Bode erworben

Objektbeschreibung

Von dem Reliquiarkreuz ist eine von zwei aufeinanderpassenden, oben ehemals durch ein Scharnier verbundenen Hälften erhalten. Ursprünglich konnte es mittels Ösen und eines Stiftes am unteren Ende verschlossen werden. Die Ösen sind schadhaft. Der Schmuck ist in flachem Relief gearbeitet, aber stark verrieben. Das Zentrum bildet Maria, frontal stehend, die Hände betend erhoben. Sie trägt ein knöchellanges Gewand und darüber ein Schultertuch, das auch über den Kopf gezogen ist. Maria wird von vier Medaillons mit männlichen Büsten auf den Kreuzarmen umgeben. Die Dargestellten werden durch die beigeschriebenen griechischen Buchstaben Λ, I, M und M als die vier Evangelisten Lukas, Ioannes, Matthäus und Markus identifiziert.
Reliquiarkreuze wurden um den Hals getragen. Sie konnten in dem von den beiden Kreuzhälften umschlossenen Zwischenraum Reliquien oder Eulogien von Heiligen enthalten, um dessen oder deren Schutz auf den Träger zu übertragen.
Das Fragment eines Reliquiarkreuzes wird seit dem Zweiten Weltkrieg vermisst.

Letzte Aktualisierung: 28.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Blattornamenten

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. Aus einem mittig unter der Kämpferplatte hervorragenden Knopf wächst eine sich nach unten schildartig ausbreitende Palmette, deren oberer Rand nach vorn umgeschlagen ist. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)