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Flügel eines dreiteiligen Klappaltares (Triptychon) mit Christusszenen

Ident. Nr.: 2552

ObjID: obj:1374780

Details (Expert)

Datierung
verbale Datierung: 10./11. Jahrhundert
Systematik/Art
Material / Technik
Elfenbein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13,9 x 5,75 x 0,6 cm
Erwerbung
1900 auf der Versteigerung Desmottes, Paris, als anonymes Geschenk erworben.

Objektbeschreibung

Bei der Tafel handelt es sich um den rechten Flügel eines Triptychons. Der erhabene Rand umschließt als Rahmen das rechteckige Bildfeld. Darin bildet ein schmales Band zwei übereinander angeordnete Medaillons. Die Zwickel zwischen den Medaillons werden von herzförmigen Ranken ausgefüllt, die in spitz zulaufenden Dreiblättern münden. Über dem oberen Medaillon erscheint das Brustbild eines Engels. Sein Haupt ist leicht zur linken Seite geneigt, die beiden Handinnenflächen weisen zum Betrachter und vor seiner Brust sind die Stoffbahnen eines loros, eines zeremoniellen Zierstreifens, zu erkennen. Die Medaillons umschließen die Brustbilder von männlichen Heiligen. Beide wenden sich leicht nach links. Der kurze Bart mit dem vollen Haupthaar und das Stabkreuz über der rechten Schulter weisen den oberen Heiligen als Petrus aus. Er ist in Himation und Chiton gekleidet. Das untere Medaillon zeigt einen bärtigen Märtyrer. In der Linken hält er ein Handkreuz, die Rechte ist erhoben. Seine Bekleidung besteht aus einem langärmeligen Gewand und einem Mantel (chlamys), der auf der linken Schulter zusammengehalten wird. Die Säume des Mantels sind mit Perlenreihen verziert und weitere Perlenbänder bilden auf der Brust ein rechteckiges Feld (tablion).
Auf der Rückseite erhebt sich über einem kleinen Sockel aus vier Stufen und einer runden Scheibe ein lateinisches Kreuz. Von einem mittleren Medaillon gehen die vier Kreuzarme mit ausgeschweiften Enden und schleifenförmigen Eckverzierungen aus.
Auf der Rückseite erhebt sich über einem kleinen Sockel aus vier Stufen und einer runden Scheibe ein lateinisches Kreuz. Von einem mittleren Medaillon gehen die vier Kreuzarme mit ausgeschweiften Enden und schleifenförmigen Eckverzierungen aus. Der Triptychonflügel ist das Gegenstück zu Inv. 2553. Die zugehörige Mitteltafel befindet sich nicht in der Berliner Sammlung.

Letzte Aktualisierung: 23.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.