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Verzweiflung I

Ident. Nr.: FNG 133/08

ObjID: obj:1386320

Schenkung Dr. Arend Oetker an die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Klee (1879 - 1940),
Künstler*in
Datierung
1939
Weitere Titel
Sammlungstitel: Verzweiflung I
Übersetzung: Despair I
Provenienz
Werner Allenbach, Bern,
1957
Berggruen & Cie, Paris,
1957–1959
James Wise, Genf/New York/Nizza,
390660
World House Galleries, New York,
1961
Kay Merrill Hillman, New York,
390662
Privatbesitz. Deutschland,
2008
Abmessungen
Höhe x Breite: 32,5 x 20,8 cm
Erwerbung
2008 Schenkung Dr. Arend Oetker an die Freunde der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Wenige Wochen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 musste Klee sein frisch erworbenes Lehramt an der Düsseldorfer Kunstakademie wieder verlassen. Als „entarteter“ Künstler verfemt, sah er sich gezwungen, in seine Geburtsstadt Bern zurückzukehren, in der er als Sohn eines Deutschen den Status eines Ausländers hatte. Nachdem sich 1935 die ersten Symptome der unheilbaren Sklerodermie gezeigt hatten (vgl. „ein Kinderspiel“, NG MB 144/2000), einer Krankheit, die zu einer fortschreitenden Verhärtung der Bindegewebe und der inneren Organe führt, arbeitete Klee trotz eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten weiter und steigerte seine Produktion sogar noch. Aus wenigen, klar gesetzten Strichen entstanden Gemälde und Zeichnungen wie „Verzweiflung I“ – ein weiteres, nahezu identisches Blatt, „Verzweiflung II“ aus demselben Jahr, ist im Werkverzeichnis aufgeführt (WVZ Helfenstein 2004, 8, 7770) –, in denen das Thema der Vereinzelung im Vordergrund steht. Mit beeindruckender Intensität verweisen sie auf Klees persönliche Situation in seiner letzten Schaffensphase. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz