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Schlepper im Hamburger Hafen

Ident. Nr.: SZ Nolde 62

ObjID: obj:1400369

Details (Expert)

Datierung
Herstellung: 1910
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Abmessungen
Blattmaß: 34,0 x 48,5 cm

Objektbeschreibung

Die Zeichnung erscheint in ihrer kalligraphischen Verkürzung fast gegenstandslos. Die Linien der Darstellung sind offenbar in einem Zug gezeichnet, wobei Nolde bewußt das feine Lineament des trockener werdenden Pinsels den tiefen Schwärzen der Tusche entgegensetzt. Nolde nutzte seinen längeren Aufenthalt in Hamburg (vom 13. 2. bis 5. 4. 1910, anläßlich seiner Ausstellung in der Galerie Commeter), um täglich im Hafen zu zeichnen. Ihn faszinierten die kleinen Schleppdampfer in bewegter See. Er übersetzte ihre instabile Position auf den Wellen, ihr Auf und Ab und scheinbares Verschmelzen mit dem Meer in streng reduzierte Bildzeichen, die nicht mehr den Details nachspüren, sondern Chiffre für bestimmte Bewegungen und Körper sind. Das Ergebnis seiner Studien im Hamburger Hafen sind mehrere Gemälde, Tuschpinselzeichnungen, 19 Radierungen und 4 Holzschnitte, wobei die Radierungen (Schiefler/Mosel 129 bis 135) in der Auffassung der Zeichnung sehr nahe kommen. Besonders die Radierung »Dampfer« von 1910 (Schiefler/Mosel 135; ebenfalls im Kabinett) wiederholt seitenrichtig die Anordnung der Zeichnung, obwohl Nolde ihre kalligraphische Vereinfachung aufhebt durch Hinzunahme von naturalistischen Details, wie Regenlinien, gehöhte Schaumkronen und flächigen Schwarzweißkontrast.

Text: Eugen Blume: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 451, Kat. VIII.15 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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