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Befreiung einer belagerten Stadt

Ident. Nr.: 4782

ObjID: obj:1409180

Details (Expert)

Beteiligte
Josef Strzygowski (7.3.1862 - 2.1.1941),
Kaufvermittler*in
Datierung
5. Jahrhundert
Datierung: 14C-Datierung
Geografische Bezüge
Ägypten,
Land/Region
Material / Technik
Buchsbaumholz, ohne Fassung
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 45,5 x 22,5 x 10,5 cm
Gewicht: 4,7 kg
Erwerbung
1900 von Josef Strzygowski an Wilhelm Bode vermittelt; vormals im Besitz vom Kunsthändler Maurice Nahman, Kairo

Objektbeschreibung

Die Unterseite des Hochreliefs ist mit einer Stadtmauer verziert. Die mittlere Zone zeigt eine mit vorspringenden Türmen bewehrte Stadtmauer und ein geöffnetes Tor in der Mitte.
In der unteren Zone naht von links ein in drei Reihen gestaffeltes Heer römischer Legionäre. Aus dem geöffneten Stadttor stürmen die Verteidiger hervor und vereinigen sich mit dem Entsatzheer. Die berittenen Belagerer - Barbarenkrieger - versuchen, nach rechts zu entfliehen. Vor dem rechten Teil der Stadtmauer hängen vier an Gabelkreuzen hingerichtete Würdenträger. Die Mauerkrone trug ursprünglich eine über den Türmen aufgehende Säulenarchitektur. Die obere Zone zeigt in der Mitte einen durchbrochen gearbeiteten Torbogen, der den Blick auf das Stadtinnere freigibt. Die Darstellungen beziehen sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf ein konkretes Ereignis.

Letzte Aktualisierung: 20.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)