Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1912
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Lithografie
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 83,6 x 92,2 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1420078
Objektbeschreibung
„Indien in Berlin! Wer hätte es für möglich gehalten, daß man die vielen exotischen Reize des fernen Wunderlands nach der Reichshauptstadt zaubern könnte! Wer heute vom Kreuzberg kommend das weite Tempelhofer Feld überblickt, der gewahrt […] eine große Oase mit Palmen und pittoresken Gebäuden – Hagenbecks Indien in Berlin. [Schöpfer ist] Gustav Hagenbeck, ein Mitglied der berühmten Hamburger Familie, der schon seit 14 Jahren mit einer großen indischen Schau reist. […] Eine Wanderung durch Hagenbecks Indien ist ebenso unterhaltend wie belehrend.“ – Mit diesen überbordenden Worten wurde die Berliner Indien-Schau von 1912 in der von Hagenbeck selbst verlegten „Ethnographischen Zeitschrift für Belehrung und Unterhaltung“ (Happrich, S. 1) angepriesen. Auf acht bebilderten Seiten beschreibt der Artikel das „Riesen-Programm“ des Spektakels, das sich auf 35.000 mit Kulissenarchitektur bestückten Quadratmetern auf dem Tempelhofer Feld ausdehnte. Neben Elefanten, Bären, Antilopen und anderen „exotischen Tieren“ traten hier „150 Indier“ mit „staunenerregenden Produktionen“ auf. Es gab Fakire, Schlangenbeschwörer, Schwertschlucker, Akrobatik, Dressur, Musik, Tänze, Rikschafahrten und mehr, zum schmalen Eintritt von einer halben Mark (Happrich, S. 8). Geöffnet war – wie das Werbeplakat verrät – von 11 bis 23 Uhr.
Gustav Hagenbeck (1868–1949) hatte sein Handwerk als „Völkerschau“-Entrepreneur von seinem älteren Halbbruder Carl Hagenbeck (1844–1913) gelernt; nach Carls Tod übernahm er einen Teil seiner Geschäfte. Gustav, als designierter „Indien-Spezialist“ der Hagenbeck-Familie, reiste 1886 erstmals in britisch kolonialisierte Gebiete Indiens und nach Sri Lanka, um dort Tiere zu kaufen und Menschen für eine Schau in Deutschland anzuwerben. Selbige lief kurz darauf in Hamburg an und tourte aufgrund großer Beliebtheit viele Jahre durch deutsche und österreichische Städte. In Berlin gastierte sie 1898 am Kurfürstendamm. Gustav Hagenbeck baute seine Indien-Schau immer weiter aus, bis sie 1912 die „größte der Welt“ war – ein trauriger Rekord. Dass die meisten „Völkerschauen“ in Zoos präsentiert wurden, illustriert die Überlegenheitsgefühle der weißen Impresarios gegenüber den Menschen, die sie vorführten: Die Schausteller*innen, darunter auch Kinder, wurden mit Tieren gleichgestellt. Oft wurde ihre Kultur zugunsten verkaufsträchtiger Bezeichnungen ignoriert (z. B. Tamilen aus Sri Lanka als „Singhalesen“ vermarktet) und ihr Wert in menschenverachtender Manier auf die „Volks-Belustigung“ des deutschen Publikums reduziert – wie der Werbetext für „Hagenbecks Indien“ auf dem Tempelhofer Feld deutlich macht: Die Schau wirke „in ihrer Lebensfülle, Beweglichkeit und Farbenpracht eindringlicher und intensiver als wissenschaftliche Vorträge“, heißt es dort. Besonders großartig sei sie „durch die Fürsorge für Unterhaltung und leibliches Wohl und durch die Verwendung eines erstklassigen Menschenmaterials.“ (Happich S. 8)
Text und Recherche: Christina Thomson
Zitierte Literatur:
_Victor Happrich: „Fremdenführer durch Indien-Berlin“, in: Ethnographische Zeitschrift für Belehrung und Unterhaltung, Berlin 1912, S. 1–8, Verlag und Expedition: Gustav Hagenbeck. Online unter https://humanzoos.net/?page_id=2307 (letzter Zugriff 29.10.2025)
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Das Plakat „Hagenbeck’s Indien“ repräsentiert die koloniale Sehnsucht und die exotisierende Faszination Europas für ferne Länder und deren Bevölkerung. Es spiegelt die koloniale Denkweise und ausbeuterische Haltung des bekannten Hamburger Zoodirektors Carl Hagenbeck wider, der im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert tätig war, erst als Dompteur und Tierhändler, dann als Entrepreneur. Hagenbeck sah sich selbst als Pionier, der nicht nur exotische Tiere, sondern auch Menschen aus kolonialisierten Ländern nach Europa brachte, um sie zur Schau zu stellen. Er beschäftigte sich mit Themen wie Zoologie, Anthropologie, Ethnologie und Soziologie und war in Deutschland wie auch international gut vernetzt. 1907 eröffnete er im Hamburger Stadtteil Stellingen den Tierpark Hagenbeck, den ersten gitterlosen Zoo. Bereits in den 1860er-Jahren hatte sein Schwager Johann Friedrich Gustav Umlauff ihn mit der Praxis der sogenannten „Völkerschauen“ vertraut gemacht. Carl Hagenbeck wurde zu einem bedeutenden Akteur der Zuschaustellung von Menschen: In zahlreichen Städten, darunter Hamburg, Berlin und Leipzig, organisierte er Ausstellungen mit und über Lappländer*innen, Äthiopier*innen, Somalier*innen und andere Menschengruppen. Das Tempelhofer Feld in Berlin nutzte er 1910 erstmals als Veranstaltungsort für eine große „Wild-West-Show“, bei 42 „Sioux-Indianer“ und zehn Cowboys gegeneinander antraten. Zwei Jahre später inszenierte sein Bruder Gustav dort das gigantische Spektakel „Hagenbecks Indien“.
Die sogenannten „Völkerschauen“ sollten nicht nur die koloniale Rechtmäßigkeit bestätigen, sondern auch das Gefühl von „rassischer“ und kultureller Überlegenheit vermitteln. Im spezifischen Rahmen von Kolonialausstellungen wurden in eigens konstruierten „Dörfern“ vermeintlich typische Bauten lokaler Bevölkerungen aus den deutschen Kolonien errichtet – teilweise aus importierten Materialien. Das Spektrum reichte von afrikanischen Temben und Pfahlbauten aus Papua-Neuguinea bis hin zu inszenierten Kriegsspielen und Tänzen. Diese Präsentationen waren gleichermaßen eine Werbekampagne im Interesse der Reichsregierung und der Wirtschaft: Während die Politik koloniale Herrschaft legitimierte, sollten Unternehmen Konsument*innen für Kolonialwaren wie Kaffee, Schokolade oder Bananen gewinnen und Investoren anwerben.
Mit Thesen, die aus pseudowissenschaftlichen Grundlagen der „Rassentheorie“ schöpften, und einer entwürdigenden Ausstellungspraxis trugen Carl Hagenbeck und andere Mitglieder seiner Familie maßgeblich zur Verfestigung des hierarchischen Narrativs von Gesellschaften und Kulturen bei. Die Präsentation von Menschen – gemeinsam mit Tieren und als gleichrangige Vertreter des „Fremden“ beziehungsweise „Nicht-Menschlichen“ inszeniert – war in seinen Schauen selbstverständlich. Ein prägnantes Beispiel ist das Werbemotiv von Paul Scheurich für Hagenbecks 1907 erschienenes Buch „Von Tieren und Menschen“: Ein Menschenkind und ein Affenkind sitzen nebeneinander, ihre Haut- beziehungsweise Fellfarbe ist identisch, ihre Köpfe sind auf gleicher Höhe (ID 925442). Diese Bildsprache dehumanisiert Schwarze Menschen und spiegelt das tief verankerte rassistische Weltbild wider.
Hagenbecks Perspektive war von einem imperialen Selbstverständnis geprägt: Die Ausbeutung kolonialer Ressourcen – ob Menschen oder Tiere – galt ihm als legitim und notwendig für europäischen Fortschritt und Unterhaltung. Das Plakat „Hagenbeck’s Indien“ vermittelt daher nicht nur eine ästhetische Botschaft, sondern ist Teil eines Machtinstruments, das koloniale Herrschaft ästhetisch verschleiert und ideologisch rechtfertigt. Es zeigt, wie kulturelle Aneignung, pseudowissenschaftliche Theorien und wirtschaftliche Interessen zusammenwirkten, um die Vorstellung westlicher Überlegenheit zu festigen, die es rechtfertigte, Menschen und Kulturen als Ressource zur Unterhaltung und Profitmaximierung auszubeuten.
Recherche und Text: Ibou Coulibaly Diop
Verwandte Werktexte:
_Von Tieren und Menschen (ID 925442)
Ausgewählte Quellen:
_Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen. Erlebnisse und Erfahrungen, Berlin 1908
_Lothar Dittrich, Annelore Rieke-Müller: Carl Hagenbeck (1844-1913). Tierhandel und Schaustellung im Deutschen Kaiserreich. Frankfurt am Main 1998
_Eric Ames: Carl Hagenbeck’s Empire of Entertainments, Seattle 2009
_Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940, Frankfurt am Main 2005
_Rea Brändle: „Wilde, die sich hier sehen lassen“. Jahrmarkt, frühe Völkerschauen und Schaustellerei, Zürich 2023
_Britta Lange: „Unterhaltung und Vermarktung, 1892: Die Firma J.F.G. Umlauff präsentiert anthropoloisch-zoologische Prachtgruppen‘“, in: Walter Honold, Klaus R. Scherpe (Hg.): Mit Deutschland um die Welt. Eine Kulturgeschichte des Fremden in der Kolonialzeit, Stuttgart 2004, S. 152–162
//Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate der Jahre 1840–1914. Diese Werkgruppe wurde 2021 vollständig digitalisiert, ermöglicht durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Programms NEUSTART KULTUR. Gleichzeitig wurde eine dekoloniale Inventur des Bestands durchgeführt, die im Forschungsprojekt „Koloniale Kontexte im Frühen Plakat, 1843-1914“ mündete (Träger: Staatliche Museen zu Berlin). Die Ergebnisse der Untersuchung von 240 Plakaten wurden in drei Teilen online publiziert: Die vorliegende Datenbank wird ergänzt durch einen kontextualisierenden Aufsatz und eine virtuelle Ausstellung, jeweils auf Deutsch und Englisch.
_Aufsatz deutsch (arthistoricum): https://doi.org/10.11588/artdok.00009513
_Essay English (arthistoricum): https://doi.org/10.11588/artdok.00009516
_Ausstellung deutsch: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/koloniale-kontexte-plakate/
_Exhibition English: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/colonial-contexts-posters/
Gustav Hagenbeck (1868–1949) hatte sein Handwerk als „Völkerschau“-Entrepreneur von seinem älteren Halbbruder Carl Hagenbeck (1844–1913) gelernt; nach Carls Tod übernahm er einen Teil seiner Geschäfte. Gustav, als designierter „Indien-Spezialist“ der Hagenbeck-Familie, reiste 1886 erstmals in britisch kolonialisierte Gebiete Indiens und nach Sri Lanka, um dort Tiere zu kaufen und Menschen für eine Schau in Deutschland anzuwerben. Selbige lief kurz darauf in Hamburg an und tourte aufgrund großer Beliebtheit viele Jahre durch deutsche und österreichische Städte. In Berlin gastierte sie 1898 am Kurfürstendamm. Gustav Hagenbeck baute seine Indien-Schau immer weiter aus, bis sie 1912 die „größte der Welt“ war – ein trauriger Rekord. Dass die meisten „Völkerschauen“ in Zoos präsentiert wurden, illustriert die Überlegenheitsgefühle der weißen Impresarios gegenüber den Menschen, die sie vorführten: Die Schausteller*innen, darunter auch Kinder, wurden mit Tieren gleichgestellt. Oft wurde ihre Kultur zugunsten verkaufsträchtiger Bezeichnungen ignoriert (z. B. Tamilen aus Sri Lanka als „Singhalesen“ vermarktet) und ihr Wert in menschenverachtender Manier auf die „Volks-Belustigung“ des deutschen Publikums reduziert – wie der Werbetext für „Hagenbecks Indien“ auf dem Tempelhofer Feld deutlich macht: Die Schau wirke „in ihrer Lebensfülle, Beweglichkeit und Farbenpracht eindringlicher und intensiver als wissenschaftliche Vorträge“, heißt es dort. Besonders großartig sei sie „durch die Fürsorge für Unterhaltung und leibliches Wohl und durch die Verwendung eines erstklassigen Menschenmaterials.“ (Happich S. 8)
Text und Recherche: Christina Thomson
Zitierte Literatur:
_Victor Happrich: „Fremdenführer durch Indien-Berlin“, in: Ethnographische Zeitschrift für Belehrung und Unterhaltung, Berlin 1912, S. 1–8, Verlag und Expedition: Gustav Hagenbeck. Online unter https://humanzoos.net/?page_id=2307 (letzter Zugriff 29.10.2025)
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Das Plakat „Hagenbeck’s Indien“ repräsentiert die koloniale Sehnsucht und die exotisierende Faszination Europas für ferne Länder und deren Bevölkerung. Es spiegelt die koloniale Denkweise und ausbeuterische Haltung des bekannten Hamburger Zoodirektors Carl Hagenbeck wider, der im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert tätig war, erst als Dompteur und Tierhändler, dann als Entrepreneur. Hagenbeck sah sich selbst als Pionier, der nicht nur exotische Tiere, sondern auch Menschen aus kolonialisierten Ländern nach Europa brachte, um sie zur Schau zu stellen. Er beschäftigte sich mit Themen wie Zoologie, Anthropologie, Ethnologie und Soziologie und war in Deutschland wie auch international gut vernetzt. 1907 eröffnete er im Hamburger Stadtteil Stellingen den Tierpark Hagenbeck, den ersten gitterlosen Zoo. Bereits in den 1860er-Jahren hatte sein Schwager Johann Friedrich Gustav Umlauff ihn mit der Praxis der sogenannten „Völkerschauen“ vertraut gemacht. Carl Hagenbeck wurde zu einem bedeutenden Akteur der Zuschaustellung von Menschen: In zahlreichen Städten, darunter Hamburg, Berlin und Leipzig, organisierte er Ausstellungen mit und über Lappländer*innen, Äthiopier*innen, Somalier*innen und andere Menschengruppen. Das Tempelhofer Feld in Berlin nutzte er 1910 erstmals als Veranstaltungsort für eine große „Wild-West-Show“, bei 42 „Sioux-Indianer“ und zehn Cowboys gegeneinander antraten. Zwei Jahre später inszenierte sein Bruder Gustav dort das gigantische Spektakel „Hagenbecks Indien“.
Die sogenannten „Völkerschauen“ sollten nicht nur die koloniale Rechtmäßigkeit bestätigen, sondern auch das Gefühl von „rassischer“ und kultureller Überlegenheit vermitteln. Im spezifischen Rahmen von Kolonialausstellungen wurden in eigens konstruierten „Dörfern“ vermeintlich typische Bauten lokaler Bevölkerungen aus den deutschen Kolonien errichtet – teilweise aus importierten Materialien. Das Spektrum reichte von afrikanischen Temben und Pfahlbauten aus Papua-Neuguinea bis hin zu inszenierten Kriegsspielen und Tänzen. Diese Präsentationen waren gleichermaßen eine Werbekampagne im Interesse der Reichsregierung und der Wirtschaft: Während die Politik koloniale Herrschaft legitimierte, sollten Unternehmen Konsument*innen für Kolonialwaren wie Kaffee, Schokolade oder Bananen gewinnen und Investoren anwerben.
Mit Thesen, die aus pseudowissenschaftlichen Grundlagen der „Rassentheorie“ schöpften, und einer entwürdigenden Ausstellungspraxis trugen Carl Hagenbeck und andere Mitglieder seiner Familie maßgeblich zur Verfestigung des hierarchischen Narrativs von Gesellschaften und Kulturen bei. Die Präsentation von Menschen – gemeinsam mit Tieren und als gleichrangige Vertreter des „Fremden“ beziehungsweise „Nicht-Menschlichen“ inszeniert – war in seinen Schauen selbstverständlich. Ein prägnantes Beispiel ist das Werbemotiv von Paul Scheurich für Hagenbecks 1907 erschienenes Buch „Von Tieren und Menschen“: Ein Menschenkind und ein Affenkind sitzen nebeneinander, ihre Haut- beziehungsweise Fellfarbe ist identisch, ihre Köpfe sind auf gleicher Höhe (ID 925442). Diese Bildsprache dehumanisiert Schwarze Menschen und spiegelt das tief verankerte rassistische Weltbild wider.
Hagenbecks Perspektive war von einem imperialen Selbstverständnis geprägt: Die Ausbeutung kolonialer Ressourcen – ob Menschen oder Tiere – galt ihm als legitim und notwendig für europäischen Fortschritt und Unterhaltung. Das Plakat „Hagenbeck’s Indien“ vermittelt daher nicht nur eine ästhetische Botschaft, sondern ist Teil eines Machtinstruments, das koloniale Herrschaft ästhetisch verschleiert und ideologisch rechtfertigt. Es zeigt, wie kulturelle Aneignung, pseudowissenschaftliche Theorien und wirtschaftliche Interessen zusammenwirkten, um die Vorstellung westlicher Überlegenheit zu festigen, die es rechtfertigte, Menschen und Kulturen als Ressource zur Unterhaltung und Profitmaximierung auszubeuten.
Recherche und Text: Ibou Coulibaly Diop
Verwandte Werktexte:
_Von Tieren und Menschen (ID 925442)
Ausgewählte Quellen:
_Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen. Erlebnisse und Erfahrungen, Berlin 1908
_Lothar Dittrich, Annelore Rieke-Müller: Carl Hagenbeck (1844-1913). Tierhandel und Schaustellung im Deutschen Kaiserreich. Frankfurt am Main 1998
_Eric Ames: Carl Hagenbeck’s Empire of Entertainments, Seattle 2009
_Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940, Frankfurt am Main 2005
_Rea Brändle: „Wilde, die sich hier sehen lassen“. Jahrmarkt, frühe Völkerschauen und Schaustellerei, Zürich 2023
_Britta Lange: „Unterhaltung und Vermarktung, 1892: Die Firma J.F.G. Umlauff präsentiert anthropoloisch-zoologische Prachtgruppen‘“, in: Walter Honold, Klaus R. Scherpe (Hg.): Mit Deutschland um die Welt. Eine Kulturgeschichte des Fremden in der Kolonialzeit, Stuttgart 2004, S. 152–162
//Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate der Jahre 1840–1914. Diese Werkgruppe wurde 2021 vollständig digitalisiert, ermöglicht durch die Deutsche Digitale Bibliothek im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderten Programms NEUSTART KULTUR. Gleichzeitig wurde eine dekoloniale Inventur des Bestands durchgeführt, die im Forschungsprojekt „Koloniale Kontexte im Frühen Plakat, 1843-1914“ mündete (Träger: Staatliche Museen zu Berlin). Die Ergebnisse der Untersuchung von 240 Plakaten wurden in drei Teilen online publiziert: Die vorliegende Datenbank wird ergänzt durch einen kontextualisierenden Aufsatz und eine virtuelle Ausstellung, jeweils auf Deutsch und Englisch.
_Aufsatz deutsch (arthistoricum): https://doi.org/10.11588/artdok.00009513
_Essay English (arthistoricum): https://doi.org/10.11588/artdok.00009516
_Ausstellung deutsch: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/koloniale-kontexte-plakate/
_Exhibition English: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/colonial-contexts-posters/
Letzte Aktualisierung: 04.05.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstbibliothek
E-Mail:
kb@smb.spk-berlin.de